Der Asset Manager Franklin Templeton und Dwins, der Anbieter der App Finanzguru, haben mit der Entwicklung von gemeinsamen Altersvorsorgedepot-Lösungen begonnen. Das gaben die beiden Unternehmen bekannt. Ziel der Kooperation sei es, Anlegerinnen und Anlegern in Deutschland ab dem 1. Januar 2027 "einen einfachen, digitalen Zugang zu den neuen staatlich geförderten Altersvorsorgedepots" zu ermöglichen.

Finanzguru zählt Firmenangaben zufolge zu den "am schnellsten wachsenden Fintechs in Deutschland" und habe bereits mehr als drei Millionen Kunden. Über die App können Verbraucher ihre privaten Finanzen organisieren, etwa Konten und Versicherungen, aber auch Handy- und Stromverträge oder monatliche Abos.

"Echter Wendepunkt für den deutschen Investmentmarkt"
"Gemeinsam wollen wir das Altersvorsorgedepot-Angebot genau dort verankern, wo Menschen ihre Finanzen bereits organisieren", lässt sich Franklin-Templeton-Deutschlandchef Christian Machts in der Pressemitteilung zitieren. Finanzguru-Gründer Alexander Michel sagte, er kenne Franklin Templeton schon lange, man habe sich "bewusst für diese starke, traditionsreiche Marke" entschieden. "Mit dem Altersvorsorgedepot setzen wir gemeinsam auf ein Thema, das für unsere Nutzerinnen und Nutzer immer wichtiger wird: die eigene finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten und dafür auch den Kapitalmarkt zu nutzen."

Bei einem Pressefrühstück am Mittwoch (24.6.) in Frankfurt sagte Machts, das Altersvorsorgedepot könne "ein echter Wendepunkt für den deutschen Investmentmarkt" werden. "Es verbindet ein Produkt, das Anlegerinnen und Anleger bereits kennen und schätzen – den Fonds- oder ETF-Sparplan – mit staatlicher Förderung und dem Thema private Altersvorsorge. Damit entsteht erstmals die Chance, Altersvorsorge in Deutschland in großem Stil digital, transparent und kapitalmarktnah zu denken."

Christian Machts traut dem Produkt ein rasantes Wachstum zu
Franklin Templeton rechne damit, "dass ab dem vierten Quartal eine Finanzmarkt- und Marketingkampagne einsetzen wird, wie wir sie in Deutschland in dieser Form bislang nicht gesehen haben", so Machts. Bereits im ersten Jahr halte er branchenweit fünf bis acht Millionen Altersvorsorgedepots für möglich. "Entscheidend wird sein, wer technische Infrastruktur, Investmentkompetenz, Marketing und Anlegerbildung schnell und überzeugend zusammenbringt", sagte der Franklin-Templeton-Länderchef. Schon 18 Monate nach Start des Produkts dürfte sich abzeichnen, welche Anbieter und Plattformen in diesem Markt langfristig eine relevante Rolle spielen werden.

Der Wettbewerb um das Altersvorsorgedepot wird Machts zufolge "einer der intensivsten sein, den die Finanzindustrie seit Langem gesehen hat". Es reiche nicht, einfach nur ETFs oder Fonds für eine weitere Anlagelösung zu liefern. Franklin Templeton verfolge dabei eine dreigleisige Strategie: "Erstens wollen wir Produktlieferant für Depots Dritter sein – auch über maßgeschneiderte Lösungen und White-Label-Strukturen", so Machts. "Zweitens bieten wir Partnern ein Gesamtpaket aus Operations, Depotführung, Zulagenabwicklung und Investmentlösung. Drittens arbeiten wir daran, selbst Anbieter eines Franklin-Templeton-Altersvorsorgedepots zu werden." Jüngst hatte Machts eine entsprechende Kooperation mit der Fondsplattform Morgenfund angekündigt. (bm)