Über die Pläne des Ausnahmemanagers Peter E. Huber, wieder ins aktive Fondsmanagement zurückzukehren, hat FONDS professionell bereits Ende März als erstes Medium berichtet. Damals bestätigte Huber auf Nachfrage der Redaktion seine Absicht zur Rückkehr, erklärte aber, es bedürfe noch einiger organisatorischer Schritte, bevor er mit neuen Partnern, allesamt ebenfalls Urgesteine des Fondsgeschäfts, an die Vermarktung seines Portfolios namens "Huber Portfolio Sicav" gehen könne.

Nun ist es soweit: Anfang Mai wurde der vermögensverwaltende Multi-Asset-Fonds Huber Portfolio I EUR (ISIN: LU2133245436) als zweiter Teilfonds der Huber Portfolio SICAV aufgelegt. Der erste Teilfonds namens Huber Portfolio A EUR existiert bereits seit Ende 2012, damals noch als Starcapital Huber, am 1. Januar 2018 erfolgte die Umwandlung in den neuen Namen. In der A-Tranche, von der nach wie vor keine Anteile ausgegeben werden, verwaltet Huber auch künftig primär das Stiftungsvermögen einer Familie.

Antizyklische Strategie
Den Produktneuling beschreibt der Investmentprofi als "chancenorientierten, vermögensverwaltenden Fonds, dessen Ziel es ist, einen langfristigen Vermögenszuwachs für risikobewusste Anleger zu erzielen". Im Rahmen einer antizyklischen Anlagestrategie legt der Fonds weltweit überwiegend in substanzstarke Value-Aktien und Turnaround- Situationen an, deren Anteil zwischen 50 und 100 Prozent des Fondsvermögens beträgt.

Zwar darf der Fonds auch in Anleihen aller Art, Goldminen und andere Rohstoffwerte sowie Währungen und Derivate investieren, doch davon lässt der Anlageprofi derzeit lieber die Finger. "Den Aktiencrash im März – bedingt durch die Covid-19-Pandemie und den völligen Zusammenbruch der Ölpreise – haben wir in dieser Heftigkeit und Schnelligkeit nicht erwartet", erklärt Huber. "Wir haben diese Phase aber genutzt, um Aktien schrittweise zuzukaufen, so dass wir derzeit zu 95 Prozent in Dividendenpapieren investiert sind." Neu zufließende Mittel sollen nur in Schwächephasen investiert werden, die Anlageschwerpunkte liegen aktuell insbesondere auf konjunktursensiblen Substanzwerten aus Deutschland und Europa sowie China und Japan, da diese laut Huber von einer Erholung nach dem Konjunktureinbruch besonders profitieren sollten.

Wie der Zusatz "I" im Namen des neuen Fonds schon vermuten lässt, zielt das Produkt insbesondere auf die Gruppe der institutionellen Anleger, richtet sich aber auch an Family Offices und hochvermögende Privatkunden. Das erklärt nicht nur die vergleichsweise hohe Mindestanlage von 100.000 Euro, sondern auch eine relativ geringe Kostenbelastung: Ein Ausgabeaufschlag wird nicht erhoben, es gibt auch keine Performance-Fee, und die laufenden Kosten liegen bei gerade einmal 0,99 Prozent.

Eine neue Heimat
Huber hat dafür bei dem in Bad Homburg ansässigen Vermögensverwalter Taunus Trust als Partner eine neue Heimat gefunden. Das Unternehmen übernimmt die Funktion des Fondsmanagers und berät selbst institutionelle Investoren sowie vermögende Privatkunden. Taunus Trust wurde bereits 2013 von den vier Hauptgesellschaftern Michael Stammler, Min Sun, Eberhard Weiß und Franz Obermeyr gegründet. Alle vier hatten zuvor über viele Jahre hinweg die Geschicke des renommierten Vermögensverwalters Feri Trust gelenkt, der heute als Feri AG firmiert. (hh)