Das alte Jahr endete mit rekordverdächtigen Zahlen: Mit weltweit 2.400 Börsengängen und einem Emissionsvolumen von mehr als 450 Milliarden Dollar war 2021 das stärkste IPO-Jahr seit der Jahrtausendwende, rechnet Vermögensverwalter Stephan Albrech vor. Ausgezahlt hat sich das allerdings vor allem für Investmentbanker, schreibt der Experte. Diese verdienten mit jedem Börsengang Geld, und das, ohne ins Risiko zu gehen. Das gilt auch für die beliebten Spacs, die einen Großteil der aktuellen Börsengänge ausmachten.  

Privatanleger schauten indessen oft in die Röhre. Der Spac-Index ist seit seiner Hochphase im Februar 2021 um ein Fünftel gefallen. Und auch mit Blick auf europäische IPOs ist die Stimmung getrübt: "Die Hälfte der zehn größten Verlierer des Jahres im Europa-Index Stoxx 600 sind IPOs der vergangenen 15 Monate", stellt Albrech fest. Auch in Deutschland, wo acht von zwölf Börsenneulingen um durchschnittlich zehn Prozent unter dem Kurs der Erstnotiz notieren, bestätigt sich dieses Bild. Der Finanzprofi rät daher zu langfristigen Beteiligungen am Unternehmertum: "Investieren statt Spekulieren". Der Kauf von Aktien neuer Firmen sollte nicht den Fokus der Anlage bilden, mahnt Albrech. (fp)