Kapitalgedeckte Altersvorsorge mit Rentenpolicen hat Zukunft – trotz Zinsschmelze. Das ist das Ergebnis des "Altersvorsorge-Ratings 2021" des Analysehauses Franke und Bornberg. Dabei wurden 629 Rententarife nach bis zu 64 Kriterien untersucht. Gegenüber dem Jahrgang 2020 neu hinzugekommen ist das Kriterium "Finanzielle Stabilität", das je nach Produktkonzept unterschiedlich hoch bewertet wird.

Die große Zahl an Tarifen ist auch darauf zurückzuführen, dass sämtliche zum Stichtag bekannten Tarife aus allen drei Schichten der privaten Vorsorge, also Basisrenten (1. Schicht), Riester-Renten (2. Schicht) und private Rentenversicherungen (3. Schicht) analysiert und einer von fünf Produktkategorien ("Konzepte") zugeordnet wurden: Klassik, neue Klassik, Fonds, garantieorientierter Hybrid und beitragsorientierter Hybrid. Bei letzterem entscheiden Kunden selbst, welcher Anteil ihrer Sparbeiträge in die Fondsanlage und welcher ins Sicherungsvermögen fließt, ein Beispiel sind statische "Zwei-Topf-Hybride".

Moderne private Rentenpolicen sind konkurrenzfähig
Mehr als die Hälfte der untersuchten Tarife entfällt auf private Rentenversicherungen (3. Schicht). "Je nach ihrem Anlagekonzept unterscheiden sich Rententarife ganz erheblich", erläutert Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Überproportional viele leistungsstarke Privatrenten finden sich beim Konzept "Garantieorientierter Hybrid", bei dem das zugesagte Garantieniveau durch permanentes Umschichten des Guthabens zwischen Sicherungsvermögen und fondsorientierter Anlage sichergestellt wird (Beispiel: dynamische "Drei-Topf-Hybride" mit Sicherungsfonds): 18 Prozent dieser Tarife erhielten eine hervorragende Bewertung (FFF+) und satte 72 Prozent eine sehr gute Note (FFF) – siehe Grafik.

Quelle: Franke und Bornberg

Beispiele unter den besten 17 garantieorientierten Hybriden bei Privatrenten sind:

  • Allianz (Privatrente Komfort Dynamik Tarif RFKU1 (E270) Stand 07.2021),
  • Alte Leipziger (AL-Fonds Tarif FR15 (fondsgebundene Verrentung) Stand 01.2019),
  • Continentale (Rente Invest Garant Tarif RIG Stand 06.2020),
  • LV 1871 (Mein Plan mit individuellem Beitragserhalt Tarif FRV Stand 10.2020),
  • Nürnberger (FRV Tarif NFX3100 mit Garantie Stand 07.2021),
  • Provinzial Nordwest (Garantrente Vario Tarif FRH Stand 01.2021),
  • Signal Iduna (SI Global Garant Invest Flexible Rente -Hybrid Stand 01.2021),
  • Stuttgarter (Performance+ Flexrente - Hybrid - inkl. Grüne Rente Tarif 73oG Stand 07.2021),
  • Württembergische (FRV Genius Hybrid mit SF, Tarif FRH Stand 08.2020).

Franke führt den Qualitätsschub darauf zurück, dass diese Konzepte und damit die Gestaltung der Vertragsbedingungen vergleichsweise neu sind. "Je jünger eine Tarifgeneration, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherer sich um eine qualitativ wettbewerbsfähige Produktgestaltung bemühen", so Franke. Die Leistungsdichte bei den innovativen Tarifen, die sich auch im Niedrigzinsumfeld behaupten, sei hoch.

Klassikkonzepte und volle Beitragsgarantien vom Aussterben bedroht
Vergleichsweise abgeschlagen landen Klassikkonzepte auf den hinteren Plätzen. Hier erreicht gerade einmal einer der untersuchten 62 Tarife die Top-Bewertung. Lediglich 33 Gesellschaften haben überhaupt noch einen Klassik-Tarif im Angebot, nach 37 im Vorjahr. Klassik war gestern (siehe Rating von 2018).

Ähnlich sei der Trend bei der Riester-Rente: Waren vor Jahresfrist noch 37 Gesellschaften mit 77 Tarifen am Markt, sank das Angebot auf nun 32 Versicherer und 71 Tarife. "Das war ein Rückzug mit Ansage", so Franke. Der magere Rechnungszins mache es für Versicherer immer schwerer, die Beitragsgarantie zu erwirtschaften. Aber Totgesagte leben bekanntlich länger: Rund 19 Prozent der Riester-Tarife erhalten hervorragende Noten, insbesondere auch hier garantieorientierte Hybride sowie Tarife der neuen Klassik.

Parallel zum Rückzug vieler Versicherer aus Klassikpolicen und dem Riester-Geschäft verläuft der Verzicht auf eine volle Beitragsgarantie. Der Trend geht hin zu niedrigeren oder laufzeitabhängigen Garantien. "Anders als bislang angenommen bleibt der Zuwachs bei Tarifen mit fondsgebundener Rentenphase jedoch hinter den Erwartungen zurück", konstatiert Franke. Fonds böten zwar höhere Renditechancen, aber in der Rentenphase sei bislang vor allem Sicherheit angesagt.

Viele gute Ergebnisse bei Fondspolicen
Bei fondgebundenen Rentenversicherungen, bei denen die Anlage der Sparbeiträge ausschließlich in Investmentfonds erfolgt, wurden 30 Tarife hervorragend bewertet (Vorjahr: 18), die in alphabetischer Reihenfolge der Gesellschaften aufgelistet sind. FONDS professionell selbst hat die Angebotstarife fondsgebundener Rentenversicherungen von 26 Versicherern zusammengetragen. Oft seien die Wünsche der Kunden 2020 gut erfüllt worden. Die 2021er-Umfrage steht kurz vor dem Abschluss.

Details zu Ergebnissen des Ratings von Basis-, Riester- und Privatrenten gibt es auf der Website von Franke und Bornberg, ebenso die ausführliche Rating-Methodik. Die Übersichten liefern Momentaufnahmen und werden laufend aktualisiert und um neue Produkte ergänzt. Übrigens: Das Altersvorsorge-Rating ist ein reines Produktrating und konzentriert sich auf die Qualität der Vertragsbedingungen. "Das Rating zur Rentenversicherung von Map-Report, der auch zu Franke und Bornberg gehört, betrachtet dagegen Bilanzkennzahlen, Servicekennzahlen und auch Renten- und Ablaufwerte – also Performance-Gesichtspunkte", erklärt Christian Monke, Leiter Analyse bei Franke und Bornberg, auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE. Die neue Kennzahl "Finanzielle Stabilität" basiert auf dem Abschneiden beim Map-Report "Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer", der voraussichtlich Ende Oktober 2021 erscheint. (dpo)