Investmentprofis sollten Produkte künftig anders aufbauen als gewohnt, sagt Colin Moore, Chefanlagestratege des Fondsanbieters Columbia Threadneedle. Erstens sollten sie weniger in geografischen Regionen denken, sondern eher global. Zweitens sollten sie Investmentlösungen, die beständigere Renditen bieten, stärker in den Fokus rücken.

Viele Fonds investieren in bestimmten Regionen, etwa in den USA, in Europa oder in den Schwellenländern. "Ich glaube aber, dass diese traditionell geografisch definierten Anlageformen künftig an Bedeutung verlieren werden", sagt Moore. "Wir müssen eher in horizontalen Anlagethemen denken als in vertikalen Zeitzonen." Als Beispiel nennt der Stratege das Thema Infrastruktur, das sich gut auf einer globalen Ebene umsetzen lasse.

Falscher Ein- und Ausstieg kostet massig Rendite
Erzielen Fonds stete Renditen, statt starken Wertschwankungen zu unterliegen, kommt der Zinseszinseffekt stärker zum Tragen, sagt Moore. Beständige Renditen könnten zudem dazu beitragen, die Psyche der Anleger auszutricksen, sodass sie nicht billig verkaufen und teuer einkaufen. Das hätte unterm Strich womöglich eine bessere langfristige Wertentwicklung zur Folge.

Der Unterschied zwischen aktivem und passivem Investieren könne Kunden bis zu 80 Basispunkte Rendite pro Jahr kosten, mahnt Moore unter Verweis auf eine Studie von Columbia Threadneedle. "Das Verhaltensmuster, billig zu verkaufen und teuer einzukaufen, koset Anleger dagegen bis zu 200 Basispunkte im Jahr", sagt er. "Indem wir Strategien mit einer beständigeren Rendite anbieten, werden sich Anleger in Zeiten hoher Volatilität weniger zu Panikreaktionen hinreißen lassen", so seine Hoffnung. (fp)