Mit physischem Gold hinterlegte ETFs verloren im August weltweit netto 2,9 Milliarden US-Dollar Kapital. Zwar liegen die Gesamtbestände der goldbesicherten ETFs trotz der großen Abflüsse noch um 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Rund zwei Drittel der Zuflüsse, die die Fonds von Januar bis April eingesammelt hatten, sind nach vier Monaten mit Abflüssen aber wieder weg. Die größten Abflüsse verzeichneten im August nordamerikanische Goldfonds mit einem Minus von 2,2 Milliarden Dollar.

Das World Gold Council, die globale Vereinigung der Goldindustrie, macht vor allem den starken Dollar und die Zinsanhebungen für die Abflüsse verantwortlich. Aber auch der Goldpreis schwächelte zuletzt. Er büßte im August zwei Prozent ein. "US-Fonds hatten die größten Schwierigkeiten, da die Abflüsse bei den größten und liquidesten Fonds mit der Goldpreisentwicklung korrelierten", erklärt Adam Perlaky, Senior Analyst beim World Gold Council. "Und das in Zeiten des höchsten Zinsniveaus seit der Finanzkrise und des höchsten US-Dollars seit fast 20 Jahren."

Absicherung in der Rezession
Mit den Risiken eines rezessiven Umfelds werde die Rolle von Gold als Wertaufbewahrungsmittel und Instrument zur Absicherung gegen Kursverluste verstärkt in den Mittelpunkt rücken, meint Perlaky. "Denn in der Vergangenheit zählte Gold unter solchen Marktbedingungen zu den Vermögenswerten mit der besten Wertentwicklung", so der Analyst. (fp)