Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) ist eine Partnerschaft mit der französischen Fondsgesellschaft Amundi eingegangen. Die beiden Gesellschaften wollen zwei börsengehandelte Fonds (ETFs) entwickeln, die Elemente des aktiven Managements aufweisen. Die Strategien sollen in europäische und US-Staatsanleihen investieren, teilte die Apobank mit. Der Start ist für das vierte Quartal 2026 angepeilt.

Amundi hat im November 2025 angekündigt, seine ETF-Plattform auch für Drittanbieter öffnen zu wollen. Die Dienste sollen sowohl aktive wie auch indexgebundene ETFs umfassen, erläuterte Gilles Dauphiné, Leiter des ETF-White-Label-Geschäfts bei Amundi, im exklusiven Interview mit FONDS professionell ONLINE. Europas größter Fondsanbieter tritt damit in Konkurrenz zu Han-ETF. Die Londoner Gesellschaft ist in Europa Pionier und Platzhirsch unter den ETF-Servicegesellschaften.

Zentrale Rolle in der Vermögensverwaltung
Die neuen ETFs der Apobank würden künftig eine zentrale Rolle in der Vermögensverwaltung der Bank spielen, teilte das Institut mit. Im Rentenbereich würden sie wesentlich das aktive Management von Staatsanleihen aus Industrieländern repräsentieren und somit als zentrale Bausteine dienen. Die Apobank übernehme das Portfoliomanagement, einschließlich Research und Länderauswahl. Amundi werde für die ETF-Struktur sowie das Liquiditätsmanagement und die Handelsausführung verantwortlich sein.

"Mit den aktiven ETFs entwickeln wir die Vermögensverwaltung der Apobank konsequent weiter", kommentiert Timo Steinbusch, Leiter Portfoliomanagement des Instituts. "Wir vereinen unsere Expertise im Management von Staatsanleihen mit der Effizienz einer modernen ETF-Plattform und schaffen damit Lösungen, die Stabilität, Transparenz und Zukunftsfähigkeit bieten."

"Nicht mehr Einzel-ETFs austauschen"
Durch die Integration der aktiven ETFs in die Vermögensverwaltung des Instituts "können wir taktische Anpassungen in der Asset-Allokation künftig deutlich schneller und kosteneffizienter umsetzen", erklärt Steinbusch. "Da wir innerhalb des jeweiligen ETF agieren und nicht mehr verschiedene Einzel-ETFs austauschen müssen, profitieren unsere Kunden von einer flexibleren Steuerung und geringeren Transaktionskosten." Die neuen ETFs würden aber auch anderen Anlegern offenstehen, betont das Haus. (ert)