Der Vermögensverwalter Salm-Salm & Partner hat begonnen, den Beitrag seiner Investitionen zur globalen Erderwärmung zu berechnen – gemessen in Grad Celsius. Nach eigenen Angaben ist die Gesellschaft aus dem rheinland-pfälzischen Wallhausen der erste deutsche Asset Manager, der eine solche Kennzahl ermittelt.

Die Daten stammen vom Frankfurter Fintech "Right Based On Science", das ein Modell entwickelt hat, mit dem sich messen lässt, ob das Anlegerverhalten mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbar ist. "Unternehmen, die den Klimawandel ignorieren, sind wie Tanker im Nebel: ohne klare Sicht nach vorn. Das macht sie zum Risiko, auch für Investoren", erklärt Constantin Prinz zu Salm-Salm, der geschäftsführende Gesellschafter des 1990 gegründeten Vermögensverwalters. "Wer auf eine fossile Zukunft setzt, geht eine gefährliche Wette ein. Wir dagegen setzen auf Klimagewinner."

"Klimawandel wird Dreh- und Angelpunkt der Unternehmensanalyse"
Ein Ergebnis der Berechnung: Würde jeder Fonds so investieren wie der Salm-Salm Sustainability Equity, würde sich die Erde um nur 1,38 Grad Celsius erwärmen. "Konventionelle Fonds erreichen dagegen Werte von schätzungsweise vier bis sechs Grad", heißt es in einer Pressemitteilung des Asset Managers. Wer Geld in einem Dax-30-Indexfonds anlege, trage laut Modellauswertungen von Right dazu bei, dass die Temperaturen um rund fünf Grad Celsius steigen.

"Der Klimawandel wird einer der Dreh- und Angelpunkte bei der Analyse von Unternehmen sein. Bislang fehlte aber ein Indikator, der ohne Umwege angibt, ob ein Unternehmen klimakompatibel ist oder nicht", sagt Alexander El Alaoui, verantwortlich für nachhaltige Investments bei Salm-Salm & Partner. Die Kennzahl "X-Degree Compatibility", kurz XDC, soll Investoren helfen, Klimadaten auf Knopfdruck zu generieren und bei Anlageentscheidungen schnell und unkompliziert zu integrieren.

Modell von EU und ESA gefördert
"Anders als der CO2-Fußabdruck, der nur solche Emissionen abbildet, die schon in der Atmosphäre gelandet sind, blickt unser Modell nach vorne und bewertet Unternehmen und deren Klimastrategie für die Zukunft", erläutert Right-Geschäftsführerin Hannah Helmke. "Der Klimawandel schreibt Geschichte. Kein Unternehmen will Geschichte sein." Die Entwicklung des Modells wurde unter anderen von der Europäischen Union, dem Energiereferat der Stadt Frankfurt und dem Business Incubation Center Darmstadt der europäischen Weltraumbehörde ESA gefördert. (bm)