Bargeld unter der Matratze, Diamanten im Wandtresor: Die wichtigen und vor allem wertvollen Dinge des Lebens sollten nicht unbedingt zu Hause versteckt und aufbewahrt werden. Einbrecher kennen die nötigen Tricks, vor Sturmfluten ist ohnehin nichts sicher. Dazu kommt auch noch die jüngste Welle an Negativzinsen und Verwahrungsentgelten für Spareinlagen. Daher mieten sich viele Menschen lieber Schließfächer hinter der dicken Tresorwand einer Bank. Schließfächer sind heute so beliebt, dass Bankfilialen dafür lange Wartelisten führen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

"Wir verzeichnen seit rund einem Jahr einen leichten, aber kontinuierlichen Anstieg der Auslastung unserer Schließfachanlagen", wird die Frankfurter Sparkasse von der FAZ zitiert. Auch bei der Hamburger Sparkasse seien mehr als 80 Prozent der insgesamt 200.000 verfügbaren Schließfächer aktuell belegt. Was die Kunden am liebsten in ihre sicheren Fächer packen? Das könne man aufgrund des Bankgeheimnisses nicht sagen. 

Böse Überraschungen
Natürlich sind selbst Bankschließfächer nicht vor Panzerknackern oder Umweltkatastrophen gefeit. Beides hat in der Vergangenheit schon zu unerfreulichen Überraschungen für Inhaber geführt. So waren von den jüngsten Juli-Überschwemmungen, verursacht durch das Tiefdruckgebiet "Bernd", vielerorts auch Schließfachanlagen betroffen und damit wichtige Unterlagen, die Betroffene gerade in der Naturkatastrophe gebraucht hätten, vernichtet. "Während sich Gold oder Schmuck meist reinigen lassen, ist vieles andere durch das schlammige Wasser vermutlich verloren, selbst wenn der Zugang wieder möglich war", mutmaßt die Zeitung. Die gute Nachricht: Daten des Bundeskriminalamts belegen, dass es in der anhaltenden Coronapandemie zumindest zu deutlich weniger Einbrüchen als noch in den Vorjahren kam.

Und was, wenn im Zuge einer Filialschließung auch das dort beheimatete Schließfach dichtgemacht wird? "Dann wird der Inhalt des Schließfachs dem Kunden ausgehändigt", zitiert die FAZ eine Auskunft des Bankenverbands. Von der Deutschen Bank sei zu hören, dass betroffenen Kunden in der neuen Filiale, in der sie künftig auch betreut würden, ein Schrankfach angeboten würde oder, falls es dort keine freien Fächer gebe, an einem anderen nahen Standort.

Schließfächer sind nicht billig
Natürlich lassen sich die Geldhäuser diese Sicherheit etwas kosten. Schließfachgebühren werden meist jährlich fällig ,je größer das Fach, desto teurer wird es. Bei der Deutschen Bank kostet das kleinste Fach 95,90 Euro, das größte 750 Euro. Dazu kommt noch eine mögliche Versicherung. Daher sollten sich Kunden genau überlegen, ob sich diese Art der Aufbewahrung wirklich auszahlt. Gut zu wissen: Manche Hausratversicherungen decken den Inhalt des Schließfachs mit ab – vorausgesetzt, dieser wurde bei Vetragsabschluss entsprechend dokumentiert. (fp)