Der Digitalversicherer Lemonade hatte schon vor Monaten angekündigt, den Schritt nach Deutschland zu wagen. Am Dienstag hat das US-Insurtech nun mithilfe von Axa den Angriff auf die deutsche Versicherungsbranche gestartet, wie Finanzmedien berichten. Lemonade ist damit hierzulande der zwölfte aktive "Versicherer 2.0". Axa hat dazu einen mehrjährigen Rückversicherungsvertrag mit Lemonade geschlossen. "Die Zusammenarbeit mit Lemonade ist strategisch ausgerichtet, und die Rückversicherung stellt einen ersten Schritt in diese Richtung dar", sagte Alexander Vollert, Deutschlandchef bei Axa, gegenüber dem "Handelsblatt".

Der Versicherer Lemonade gilt als Einhorn der Branche, denn das Insurtech soll bereits zwei Milliarden US-Dollar wert sein. Zu den Investoren gehören neben Axa auch die Allianz, Google und die Softbank, ein japanischer Technologiekonzern. Bisher war Lemonade nur für Kunden in den USA zugänglich. Das Start-up verkauft dort Mieter- und Hausratsversicherungen. In Deutschland starten die US-Amerikaner mit Haftpflicht- und Hausratversicherungen via App.

Künstliche Intelligenz und Chatbots statt Versicherungsvertretern
Statt eines großen Vertriebsapparats und einer Heerschar von Versicherungsmaklern setzt das Insurtech auf eine ausgeklügelte App mit Algorithmen und künstlicher Intelligenz. Der Kundenservice für den europäischen Markt sitzt in Amsterdam. In den meisten Fragen helfe ein Chatbot den Kunden weiter, bei schwierigen Fragen sollen aber persönliche Ansprechpartner auf Deutsch weiterhelfen. Um die Versicherungskonditionen einfach und verständlich zu formulieren, hat das Unternehmen User im Internet um Feedback gebeten. (fp)