Der Hannoveraner Asset Manager Bantleon hat die drei Fonds Bantleon Dividend, Dividend AR und Select Global Technology liquidiert. Das niedrige Volumen habe es nicht länger ermöglicht, "die Teilfonds wirtschaftlich angemessen im Interesse der Anleger zu verwalten", heißt es in einer Investoreninformation.

Die Schließung wurde am 7. Februar eingeleitet, zehn Tage später sollte das Geld an die Anleger ausgezahlt werden. Am 12. Februar verwalteten die drei Fonds in Summe nur noch gut 20 Millionen Euro, geht aus Zahlen des Datenanbieters Morningstar hervor.

Dividendenstrategien enttäuschen
Beim Bantleon Dividend und dem Bantleon Dividend AR handelte es sich um die ersten Aktienfonds, die das auf Anleihen spezialisierte Haus im Jahr 2015 aufgelegt hatte (FONDS professionell ONLINE berichtete). Beide Portfolios wurden quantitativ gesteuert und hatten einen Fokus auf Dividendenwerte. Der Bantleon Dividend setzte vollständig auf Aktien, beim Dividend AR konnte das Portfolio je nach Marktumfeld abgesichert werden. Doch die Hoffnungen, die das Haus in die beiden Fonds gesteckt hatte, gingen nicht auf – die Nachfrage seitens der Investoren hielt sich in engen Grenzen, die Performance enttäuschte.

"Unsere Kunden sehen ein deutlich größeres Potenzial in unserem Bantleon Select Infrastructure", so ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Dieser erst im Juni vergangenen Jahres lancierte Fonds, der auf Unternehmen aus dem Basisinfrastruktur-Sektor setzt, verwaltet mittlerweile rund 32 Millionen Euro. Hinzu kämen etwa 100 Millionen Euro in mehreren Spezialfonds für institutionelle Investoren, welche die entsprechende Anlagestrategie verfolgen, so der Sprecher.

Technologiefonds stieß kaum auf Interesse – Beirat aufgelöst
Auch der 2017 lancierte Bantleon Select Global Technology stieß bei Anlegern kaum auf Nachfrage. "Unsere institutionellen Kunden kennen uns als Spezialisten für Zins- und Zinsersatzstrategien. Das Interesse an unserem Technologieaktienfonds war sehr gering, weshalb wir ihn letztlich schließen mussten", so der Sprecher.

Um Kompetenz in diesem Gebiet aufzubauen, hatte Bantleon damals eigens ein unabhängiges Expertengremium namens "Bantleon Technology Council" einberufen: Zehn Wissenschaftler verschiedener Forschungsfelder sollten Technologietrends definieren und neue Schlüsseltechnologien erkennen. Dieser Beirat sei mittlerweile aufgelöst worden, so der Sprecher. (bm)