Krise, welche Krise? Aktuell wird in Deutschland wieder viel gebaut, was das Zeug hält. Das bekommen auch kreditgebende Banken zu spüren. Das Volumen der Baufinanzierungen in Deutschland wächst weiter krfätig. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zitiert zu diesem Thema vorab eine Studie der auf Banken spezialisierten Unternehmensberatung ZEB. Seit 2013 habe das Volumen aller Baufinanzierungen in Deutschland von 1,005 auf 1,326 Billionen Euro zugelegt, heißt es – also um ein knappes Drittel. Für die Banken bedeutet das ein sattes Neugeschäft, das in dieser Zeit laut der Studie von 169 auf 247 Milliarden Euro im Jahr gestiegen sei.

Daran verdienen die Banken gut, laut FAZ vor allem, weil ihre Marge bei den Baufinanzierungen vor allem seit 2018 spürbar zugenommen hat. Aber auch die Bestandsmarge liege heute im Durchschnitt höher als noch vor acht Jahren. Dazu zitiert die Zeitung Ulrich Hoyer, Partner bei ZEB in München: "Die Kosten der Refinanzierung von Baudarlehen sind für die Banken im Schnitt stärker gesunken als die Zinsen für die Darlehensnehmer." Während sich die Banken teils zu negativen Zinsen am Kapitalmarkt refinanzieren können, gibt es für Verbraucher schließlich keine Baukredite mit Negativzinsen. Vor allem bei Anschlussfinanzierungen könnten die Banken oft höhere Margen durchsetzen als früher – die Kunden schauen offenbar angesichts der günstigen Konditionen in der Regel nicht mehr so genau hin. Da sich beispielsweise mit Spareinlagen nichts mehr verdienen lässt, hängt für die Banken inzwischen viel an der Baufinanzierung.  

Kunden wollen lange Zinsbindung
Bleibt der Wermutstropfen, dass ihre Kunden die Zinsen immer länger festschreiben wollen, um sich für möglichst lange Zeit die zurzeit extrem niedrigen Zinsen zu sichern. Laut Hoyer wären vielen Kreditnehmern 30 Jahre am liebsten. In der Praxis sei die durchschnittliche Laufzeit von Baudarlehen von etwa 7,5 bis 8,5 Jahren Zinsbindung wie noch 2011 auf heute zehn bis 15 Jahre gestiegen. (fp)