Anfang 2018 ist in Hamburg ein neuer Fondsberater an den Start gegangen: Covesto Asset Management. Das Team lancierte seither einen UCITS-Publikumsfonds sowie einen Alternativen Investmentfonds (AIF). Beide Portfolios, bei denen die Hansainvest als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) dient, stehen Privatanlegern offen.

Auch wenn der Name der Gesellschaft, die ihre Dienste unter dem Haftungsdach der NFS Netfonds anbietet, neu ist: Das Team dahinter weist eine langjährige Erfahrung vor. Geschäftsführer der Covesto ist Wais Samadzada. Der Wirtschaftswissenschaftler steckt auch hinter der Gesellschaft Prismatic Funds, die unter anderem den bekannten Mischfonds IP White sowie den IP White Pro, IP Black und IP Blue berät. Der rund 200 Millionen Euro schwere IP White überzeugte seit seiner Auflage Ende 2014 drei Jahre lang mit einer sagenhaft stabilen Performance, die ihm fünf Morningstar-Sterne und hohe Mittelzuflüsse bescherte.

Die Teams der beiden Fonds-Advisors sind identisch. Samadzada ist zudem Gründer des auf die Betreuung institutioneller Kunden spezialisierten Researchhauses Montega, an dessen Aufsichtsratsspitze er immer noch sitzt. Alle drei Gesellschaften residieren unter der gleichen Adresse.

Zwei Firmen mit dem gleichen Geschäftszweck
Doch warum gründet Samadzada eine weitere Gesellschaft, um die neuen Fonds zu beraten? Die Gründe dafür sind juristischer und strategischer Natur, wie der Firmengründer im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE verrät. Hierzu muss man wissen, dass die IP-Fonds von Lars Rosenfeld gemanagt werden, den Samadzada über die Montega kennengelernt hatte. KVG ist die Luxemburger Inter-Portfolio Verwaltungsgesellschaft (IP). Dieses Unternehmen, das im Jahr 2000 gegründet wurde, ist eine Tochter der Freien Internationalen Sparkasse und gehört damit zur Sparkasse-Bremen-Gruppe. Seit 2014 hält Finbeat, die Beteiligungsgesellschaft von Samadzada, 49 Prozent der Anteile der Inter-Portfolio.

"In Luxemburg existiert aber die Vorschrift, dass Fondsberater nicht höher vergütet werden dürfen als die Fondsmanager. In Deutschland gibt es diese Regel nicht“, erklärt Samadzada gegenüber FONDS professionell ONLINE. Das Problem könnte er zwar durch eine eigene Bafin-Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz lösen. Diese Lizenz bedeutet jedoch hohen Verwaltungsaufwand, daher auch die Kooperation mit der NFS. Die Lösung sei daher gewesen, neue Fonds in Deutschland mit einer hiesigen KVG zu lancieren.

Rein rechtlich wäre es zwar auch möglich, die neuen Portfolios über Prismatic Funds zu beraten. Samadzada und sein Team haben sich aber aus Marketinggründen für eine neue Gesellschaft und eine klare Abgrenzung zu den IP-Produkten entschieden: "Der neue Brand Covesto soll unterstreichen, dass wir mit unseren Kunden in einem Boot sitzen, da wir die Fonds aus Eigenmitteln mit Startkapital versehen haben", so Samadzada. Zudem habe er bei der Covesto, anders als bei der Schwestergesellschaft, Entscheidungsfreiheit und somit keinen administrativen Mehraufwand durch Absprachen mit Partnern. "Daher können wir uns voll auf unsere Kernkompetenz, das Management von Aktienfonds, konzentrieren."

Strategie der Covesto-Fonds
Bei den IP-Portfolios handelt es sich um Multi-Asset-Fonds. Samadzada beziehungsweise Prismatic berät Portfoliomanager Rosenfeld bei diesen Produkten bei der Aktienauswahl. Die Covesto-Portfolios setzen dagegen ausschließlich auf Aktien.

Bei dem Anfang Juli aufgelegten UCITS-Fonds Covesto Quality Select handelt es sich um ein international ausgerichtetes Aktienportfolio, das primär in europäische und US-Titel investiert. "Im Vordergrund unserer Strategie steht der Kauf erstklassiger Unternehmen mit hohen und stabilen Kapitalrenditen zu attraktiven Preisen", sagt Portfoliomanager Marcus Reck. Ziel sei es, Unternehmen zu identifizieren, die leicht zu verstehende Geschäftsmodelle haben und in fünf bis zehn Jahren mehr wert sein werden als heute, so der Manager, der lange Jahre für den Frankfurter Vermögensverwalter Acatis gearbeitet hatte.

Keine Managementgebühr
Anfang August ging dann der Covesto Freestyle an den Start. Der Publikums-AIF darf zwar auf dem Papier frei in alle Assets investieren. Allerdings werde man den Aktien treu bleiben, berichtet Samadzada. "Wichtig bei der Anlagestrategie ist, dass wir vollständig auf Rendite setzen und nicht auf eine möglichst geringe Volatilität", so der Firmengründer. "Wir werden in diesen Fonds nur Aktien aufnehmen, von denen wir uns auch in schwachen Marktphasen eine Outperformance erhoffen."

Für diesen Fonds, der maximal 50 Millionen Euro groß werden soll, fallen keine normalen Management- oder Beratungsgebühren an. Die Kunden müssen zunächst nur die Kosten für die KVG und die Verwahrstelle tragen. Covesto erhält erst im Erfolgsfall, wenn die Rendite größer als sieben Prozent jährlich ist, eine Vergütung über eine Performancegebühr. (jb)