Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat am 25. März beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der BVAG Berliner Versicherung beantragt. Der Vorstand hatte der Aufsicht zuvor die Zahlungsunfähigkeit des Versicherers angezeigt. Die Homepage des Versicherers ist bereits abgeschaltet.

Das Unternehmen aus der Hauptstadt ist nach Auskunft der Bafin auf ihrer Internetseite ein verhältnismäßig kleiner Maklerversicherer mit einem Beitragsvolumen von ca. 11,1 Millionen Euro, der vor allem Sach- und Haftpflichtversicherungsgeschäft betreibt. 2014 war die Gesellschaft an die BVI AG mit Sitz in der Schweiz veräußert worden. Hintergründe für die Insolvenz der Gesellschaft nannte die Behörde nicht.

Kunden müssen neue Policen abschließen
Für die Kunden der BVAG bedeut dieser Schritt, dass ihre Policen bald ungültig werden. Für den Fall, dass das Insolvenzgericht die Eröffnung des Verfahrens beschließt, enden sämtliche Versicherungsverhältnisse mit Ablauf von einem Monat seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Die Behörde begründet dieses Vorgehen grundsätzlich damit, dass Kunden relativ leicht eine neuen Sach- oder Haftpflichtpolice abschließen können. Zudem seien im Gegensatz zu Lebenspolicen keine angesparten Vermögen von der Pleite betroffen, sondern allenfalls der nächste Schadensfall des Kunden.

Zulassung Mitte des Monats widerrufen
Die Bafin hatte die Zulassung des Unternehmens wegen nicht ausreichender Kapitalisierung bereits am 12. März widerrufen, so dass die BVAG in die Abwicklung gehen musste. Deren Vorstand hat der Bafin dann am 19. März die Zahlungsunfähigkeit angezeigt, weil Sanierungsmöglichkeiten aus seiner Sicht nicht ersichtlich sind. (jb)