Larry Fink, Chef des US-Investmentriesen Blackrock, sieht die anschwellende Produktflut auf dem Indexfondsmarkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Es gibt inzwischen Tausende ETFs, aber nur ein Bruchteil davon ist für Anleger wirklich relevant", räumt er im Gespräch mit der "Neuen Zürcher Zeitung" ein. Gerade einmal 15 Prozent der börsengehandelten passiven Papiere seien für 95 Prozent des gesamten globalen ETF-Handelsvolumens verantwortlich. Pikant: Die Blackrock-Tochter iShares ist einer der führenden Anbieter in der Indexfondsbranche und der Auflage neuer Produkte selbst nicht gerade abgeneigt.

Fink rechnet damit, dass sich die Umschichtung von aktiven in passive Produkte fortsetzt. "Dieser Trend wird sich beschleunigen", sagt er. Die Sorge einiger Aufsichtsbehörden, dass ETFs das Finanzsystem im Krisenfall destabilisieren könnten, teilt er nicht. Bei drohenden Panikverkäufen sind Indexfonds seiner Ansicht nach sogar sicherer als aktiv verwaltete Fonds: "Bei ETFs können Investoren die Preisfindung in Echtzeit verfolgen, während bei Anlagefonds die Bücher nur einmal am Tag in Übereinstimmung gebracht werden."

Langfristig planen, Kunden verstehen
Obwohl Fink den Großteil der ETFs für irrelevant hält, rechnet er mit weiterem Wachstum auf dem Indexfondsmarkt – aus drei Gründen: "Erstens verstehen die Kunden die Produkte immer besser, etwa auch, was die steuerliche Behandlung angeht", erklärt er. Zweitens lief es für aktive Fonds im vergangenen Jahr alles andere als gut. Drittens verwenden immer mehr Anleger, private und institutionelle, ETFs für die aktive Verwaltung ihres Vermögens.

Blackrock dürfte in diesem Umfeld seinen Erfolgskurs fortsetzen, ist sich Fink sicher. "Ich war selten so zuversichtlich im Hinblick auf die Zukunft des Unternehmens wie heute", sagt er. "Wir haben es darauf ausgerichtet, sich in den Dienst der langfristigen Ziele der Kunden zu stellen, und dieses Angebot stößt weiterhin weltweit auf eine starke Nachfrage." Vermögensverwalter sollten sich stärker auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden konzentrieren und weniger auf die eigenen Produkte, rät der Blackrock-Chef. "Es geht darum, Kundenbedürfnisse gesamtheitlich zu verstehen und den Kunden zu helfen." (fp)