Deutsche Fondsanbieter sind bei ESG-Produkten ganz vorn mit dabei. Sie vereinen zehn Prozent des Volumens des europäischen Nachhaltigkeitsfondsmarktes auf sich, berichtet der Branchenverband BVI. Damit stehen sie an vierter Stelle, hinter Frankreich (21 Prozent des Marktvolumens), der Schweiz (15 Prozent) und amerikanischen Investmenthäusern (11 Prozent). "Deutschland hat sich zu einem der größten Absatzmärkte für nachhaltige Fonds in Europa entwickelt", sagt BVI-Geschäftsführer Thomas Richter.

Das Segment der "grünen" Anlageprodukte wächst in der Bundesrepublik stark. Das Vermögen in nachhaltigen Fonds hat inzwischen die Marke von 129 Milliarden Euro überschritten. Rund 60 Prozent des Geldes liegen in Publikumsfonds. Das Neugeschäft boomt: Von Jahresbeginn bis September 2020 verzeichneten ESG-Fonds unterm Strich Zuflüsse in Höhe von knapp elf Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einer Steigerung um 110 Prozent.

Preisdruck hält Kosten von ESG-Fonds tief
Deutschland zählt neben Frankreich, Schweden, den Niederlanden, der Schweiz, England und Norwegen zu den stärker entwickelten Absatzmärkten für nachhaltige Fonds in Europa, meldet der BVI unter Berufung auf Daten von Morningstar. Diese Märkte zeichnen sich durch niedrige Produktkosten und überdurchschnittlich hohe Renditen aus. Insbesondere bei den Kosten von ESG-Fonds kann die deutsche Fondsbranche punkten. Der Studie zufolge liegt das daran, dass viele "grüne" Fonds in den vergangenen Jahren aufgelegt wurden, also in einem Umfeld mit hohem Preisdruck. (fp)