Die Degussa Bank hat einen neuen Aktienfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit initiiert. Die Besonderheit: Die Anleger können beeinflussen, auf welche Titel der "Degussa Bank Nachhaltigkeitsfonds Akzentuiert" (ISIN: DE000A2QK5P8) seinen Schwerpunkt legen soll. Einmal im Jahr befragt die Bank die Investoren zu ihren Präferenzen innerhalb des ESG-Spektrums. "Sie können eine Gewichtung von sechs Subkategorien vornehmen, die den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales und Governance zugeordnet sind", teilt das Institut mit. "Die von den Anlegern vorgenommene Gewichtung dient dem Fondsmanagement als Indikation für die Auswahl der Titel."

Der Fonds zielt zwar auf einen möglichst hohen Wertzuwachs ab, berücksichtigt aber zugleich die gewählten ESG-Kriterien. Der Fonds ist am 6. April mit einem Volumen von einer Million Euro gestartet. Dieses soll in den ersten zwölf Monaten bis auf 50 Millionen Euro ausgebaut werden.

Sechs ESG-Unterkategorien
Drei der sechs Kategorien, die die Anleger wählen können, sind dem "E" aus ESG zugeordnet (Umweltmanagement, Produkte & Dienstleistungen, Öko-Effizienz). Zwei Kategorien stammen aus dem Bereich "S" (Mitarbeiter & Zulieferer, Gesellschaft & Produktverantwortung), eine aus dem Bereich "G" (Corporate Governance & Wirtschaftsethik). Die Kategorien orientieren sich an der Struktur der ESG-Ratings der Agentur ISS (Institutional Shareholder Services Germany).

"Bei der Auswahl der Einzeltitel orientieren wir uns am Ratingergebnis der Unternehmen in der jeweiligen Kategorie", erläutert Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf. "Um beispielsweise das Kriterium Öko-Effizienz abzubilden, berücksichtigen wir die Unternehmen, die in dieser Kategorie am besten abgeschnitten haben – in Verbindung mit dem Gesamtrating des Unternehmens." Die Gewichtung innerhalb des Fonds orientiere sich am Abstimmungsergebnis. "Am Ende werden im Fonds jene Unternehmen stark gewichtet sein, die in den ESG-Kategorien, die Anleger favorisieren, sehr gut abgeschnitten haben", so Horf.

Auch Acatis lässt die Kunden mitbestimmen
Der Degussa-Bank-Vorstand bezeichnet den "partizipativen Ansatz" in der Pressemeldung als "absolute Neuheit". Für die regelmäßigen Anlegerbefragungen mag das stimmen, nicht aber für die Idee an sich: Jüngst ließ der Frankfurter Vermögensverwalter Acatis seine Kunden befragen, welche ESG-Kriterien ihnen besonders wichtig sind (FONDS professionell ONLINE berichtete). Falls möglich, sollen die Portfolios entsprechend umgebaut werden. (bm)