Der Deka-Immobilien Europa hat in Sachen Nachhaltigkeit unter den offenen Immofonds derzeit die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Ratingagentur Scope, die die Nachhaltigkeitsausrichtung von 14 offenen Immobilienpublikumsfonds untersucht hat. Zusammen verwalten sie Objekte mit einem Volumen von rund 76 Milliarden Euro. Der Deka-Immobilien Europa weise zudem die höchste Zertifizierungsquote auf, schreiben die Scope-Analysten.

Nachhaltigkeit bei Immobilien hat viele Facetten und lässt sich nicht ohne weiteres erfassen. So stellen sich Fragen wie: "Inwieweit lassen sich die Betriebskosten reduzieren?" oder: "Ist der Mieter bereit, für eine nachhaltige Immobilien mehr Miete zu zahlen?" Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass vor allem institutionelle Investoren dem Thema Nachhaltigkeit künftig noch mehr Aufmerksamkeit widmen werden. Aus diesem Grund lassen Projektentwickler und Eigentümer die Nachhaltigkeit ihrer Objekte beispielsweise mit Green Building-Zertifikaten klassifizieren. Zu den gängigsten Zertifizierungen gehören BREEAM, LEED, HQE und DGNB.

Mehr Fonds mit zertifizierten Immobilien
Nach der Scope-Untersuchung hat sich der Anteil der Objekte mit einem Green Building-Zertifikat in den betrachteten Portfolios seit 2013 signifikant erhöht. Dies gilt sowohl in Bezug auf die Anzahl der Objekte als auch auf das Volumen: So konnten im Jahr 2013 rund 27 Prozent der Fondsobjekte eine Zertifizierung vorweisen, Ende 2017 waren es 50 Prozent. Abgestellt auf das Verkehrswertvolumen der Immobilien ist der Zertifizierungsanteil im selben Zeitraum von 37 auf knapp 60 Prozent gestiegen.

Insgesamt haben die Anbieter offener Immobilienpublikumsfonds zum Ende des vergangenen Jahres die Nachhaltigkeit von 379 Objekte mit einem Verkehrswertvolumen von insgesamt rund 46 Milliarden Euro zertifizieren lassen. Nahezu die Hälfte dieses Volumens entfällt dabei auf die Deka. An zweiter Stelle folgt Union Investment mit rund 38 Prozent (siehe Chart). Bezogen auf das Verkehrswertvolumen verfügt der Deka-Immobilien Europa mit 83 Prozent über die höchste Zertifizierungsquote. Im Vergleich zum Jahr 2013 haben sich die Nachhaltigkeitsbewertungen von fünf Portfolios verschlechtert. Neun Portfolios konnten hingegen höhere Bewertungen erzielen.

17 Teilaspekte für einen Score
In das Scope-Rating fließen 17 Nachhaltigleitsaspekte ein. So untersuchen die Analysten unter anderem die Nutzung und Erzeugung erneuerbarer Energien, die durchschnittliche Entfernung der Immobilien zum öffentlichen Personen-Nahverkehr und die CO2-Emissionen. Die Teilaspekte werden zu einem Nachhaltigkeitsscore für das Immobilienportfolio verdichtet. (am)