Die Deutsche Bank richtet drei ihrer sieben Fonds der "DB Vermögensfondsmandat"-Reihe neu aus, die exklusiv über das konzerneigene Wealth Management an vermögende Privatkunden im Heimatmarkt vertrieben werden. In der Anlagestrategie der Portfolios spielen nun Nachhaltigkeitskriterien eine entscheidende Rolle. Auch die Firmierung der Sondervermögen, die bislang DB Vermögensfondsmandat Einkommen, Balance und Wachstum hießen, ändert sich in DB ESG Conservative, Balanced und Growth.

Die drei 2006 aufgelegten Fonds verwalten in Summe aktuell gut 380 Millionen Euro. Der Vertrieb lief zuletzt schleppend: Im vergangenen Jahr zogen Anleger unter dem Strich 53 Millionen Euro ab, lässt sich der Einzelfondsstatistik des Branchenverbands BVI entnehmen. Die vier weiteren "DB Vermögensfondsmandat"-Portfolios behalten ihre Namen. In Summe hatten die Wealth-Management-Kunden der Deutschen Bank Ende vergangenen Jahres knapp 600 Millionen Euro in die Produktreihe investiert.

Die Titel müssen "überwiegend" ein Mindest-ESG-Rating von "BBB" haben
Die "DB ESG"-Fonds orientieren sich an der Asset-Allokation der Internationalen Privatkundenbank (IPB) der Deutschen Bank, zu der auch das Wealth Management gehört. Bestimmte Geschäftspraktiken und Geschäftsfelder werden ausgeschlossen. Bei der Nachhaltigkeitsanalyse setzt das Institut auf Daten von MSCI. Das ESG-Rating dieses Analysehauses reicht von "AAA" bis "CCC". Im Verkaufsprospekt der drei Fonds ist nun festgehalten, dass "überwiegend" in Titel investiert wird, die mindestens die Note "BBB" erreichen. Dort heißt es aber auch: "Darüber hinaus können Anlageinstrumente erworben werden, die nicht über ein MSCI-ESG-Rating verfügen."

"Das Verhalten und die Ziele vieler Anleger ändern sich, daher könnte der Zeitpunkt für unsere ESG-Fondsstrategien nicht passender sein", lässt sich Christian Nolting, der Chefanlagestratege der IPB, in einer Pressemitteilung zitieren. Immer mehr Investoren würden erkennen, dass Nachhaltigkeit mehr sei als Philanthropie. "Zu der veränderten Sichtweise gehört auch, dass verantwortungsvolle, langfristige Ziele nicht den Verzicht auf interessante kurz- und mittelfristige Renditechancen bedeuten müssen", so Nolting.

Höhere Mindestanlage, niedrigere Gebühren
Bei den neu ausgerichteten "DB ESG"-Fonds ändert sich auch die Mindestanlagesumme und die Verwaltungsvergütung. Anleger müssen nun mindestens 100.000 Euro investieren. Dafür sinkt die jährliche Gebühr, die früher je nach Risikoklasse 1,1 bis 1,3 Prozent betrug, nun auf 0,88 bis 1,1 Prozent. (bm)