"Wären Fondsmanager Fußballer, so wäre Dirk Enderlein der Lionel Messi des europäischen Growth-Managements." Mit diesen Worten beschreiben Bestsellerautor Lee Freeman-Shor und Ex-DWS-Fondsmanagerin Clare Flynn Levy den Strategen des Wellington Strategic European Equity, der bereits 2010 von Allianz Global Investors zu Wellington wechselte, in ihrem im März erschienenen Buch "Stock Market Maestros".

Nach zwei überaus erfolgreichen Jahren 2024 und 2025, in denen Enderleins Fonds den Markt und seine Peergroup deutlich hinter sich lassen konnte, hinkt er im laufenden Jahr merklich hinterher. Wir wollten wissen, wann der Starmanager glaubt, sein Formtief hinter sich lassen zu können, um in seine jahrzehntelange Erfolgsspur zurückzufinden. Und haben ihn gemeinsam mit Fondsanalyst Dewi John von LSEG Lipper für die aktuelle Magazinausgabe von FONDS professionell zum Gespräch in seinem Londoner Office besucht.

Rückschlagphasen eröffnen oft sehr große Chancen
Trotz des aktuellen Rückschlags zeigt sich Enderlein dabei gelassen. Zwar sei man über das diesjährige Ergebnis enttäuscht, Sorgen mache er sich jedoch nicht. "Wenn man lange im Portfoliomanagement arbeitet, lernt man im Laufe der Zeit, dass Performance nie in einer geraden Linie verläuft, besonders nicht nach zwei so extrem guten Jahren", erklärt der Wellington-Experte. Sein Team arbeite intensiv daran, das Ruder wieder herumzureißen. Zudem habe ihn seine Erfahrung gelehrt, dass solche Rückschlagphasen im Anschluss oft sehr große Chancen für einen aktiven Fondsmanager eröffnen.

Dabei bleibt Enderlein seiner bewährten dreiteiligen Strategie treu: Fokus auf strukturelles Wachstum, intensive Analyse des Wettbewerbsumfelds und eine strikte Beachtung der Bewertung. Besonders die Bewertungsdisziplin hat er aus den turbulenten Jahren rund um die Jahrtausendwende verinnerlicht. Man könne für ein wachsendes Unternehmen durchaus einen Aufschlag zahlen. "Aber wenn diese Prämie bestimmte Niveaus erreicht, wird es schwierig", so Enderlein. Daraus leitet er auch seine Überzeugung ab, dass die besten Wachstumsaktien oft diejenigen seien, die heute noch als Value-Titel gelten. (hh)


Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Dirk Enderlein haben wir in der Bilderstrecke oben für Sie zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 74. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.