Die neue Pflicht, die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden zu berücksichtigen, stellt Anlageberater vor echte Herausforderungen. Es geht nicht nur um die Frage, was genau die Anleger wünschen und wie sich diese Vorstellungen auf die Geldanlage übertragen lassen. Schwierig ist auch die Ableitung, was das alles konkret fürs Depot bedeutet. Sprich: Welcher Fonds ist überhaupt geeignet, die Kundenbedürfnisse zu erfüllen?

Der EU-Gesetzgeber gibt an dieser Stelle mehrere Hinweise, darunter die Möglichkeit, einen Mindestanteil nachhaltiger Investitionen im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) oder taxonomiekonformer Investments festzulegen (nähere Erläuterungen finden Sie hier).

Vier Ranglisten mit jeweils 20 Fonds
Eine jüngst veröffentlichte Morningstar-Studie förderte zutage, dass es bislang europaweit nur sehr wenige Fonds gibt, die sich überhaupt zu entsprechenden Quoten in relevanter Höhe verpflichtet haben. Das Analysehaus filterte aber auch heraus, welche Sondervermögen die höchsten Mindestanteile ausweisen.

In der Bilderstrecke oben finden Sie vier Ranglisten mit jeweils 20 Fonds. Gezeigt werden die Artikel-8- und Artikel-9-Produkte mit dem größten veröffentlichten Mindestanteil nachhaltiger respektive taxonomiekonformer Investitionen.

Mehrere deutsche Asset Manager prominent vertreten
Bei der Durchsicht der Tabellen fällt auf, dass mit Assenagon, Commerz Real, DWS, Metzler, Ökoworld und Warburg Invest gleich mehrere deutsche Asset Manager prominent vertreten sind. Aus Österreich ist ein Fonds der Raiffeisen KAG auf der Liste zu finden.

Wichtig zu wissen ist, dass der Gesetzgeber zumindest mit Blick auf die SFDR-Quote keine Vorgabe macht, wie diese zu berechnen ist. Vielmehr sind in der Branche mehrere, komplett unterschiedliche Ansätze möglich – mit der Folge, dass die Mindestanteile verschiedener Fonds nicht unbedingt miteinander vergleichbar sind. Berater sollten sich bei der Produktauswahl also keinesfalls nur auf diese Quote stützen, rät BVI-Rechtsexpertin Magdalena Kuper. (bm)