Die Fonds DB Privatmandat Comfort - Pro Deutschland und DB Privatmandat Comfort - Pro USA werden liquidiert. Die Anleger sollen am 23. März ihr Geld zurückerhalten. Damit schrumpft die Palette der DB-Privatmandat-Serie, die die DWS seit dem Jahr 2004 exklusiv für den Vertrieb der Deutschen Bank aufgelegt hatte, auf vier Fonds.

Die DB-Privatmandat-Portfolios stehen schon seit einigen Jahren nicht mehr im Vertriebsfokus (FONDS professionell ONLINE berichtete). Allein im vergangenen Jahr zogen Anleger rund 360 Millionen Euro aus den Fonds ab, lässt sich anhand von Zahlen des Branchenverbands BVI entnehmen. Dennoch steckt immer noch viel Geld in den Produkten: Ende 2019 belief sich das Vermögen der sechs Fonds auf 1,5 Milliarden Euro, auch Anfang März dieses Jahres waren es noch 1,4 Milliarden Euro gewesen.

"Erhebliche Rückflüsse innerhalb der nächsten Wochen"
Von dieser Summe entfielen zu Monatsbeginn gut 100 Millionen Euro auf den "Pro Deutschland", weitere zwölf Millionen Euro steckten im "Pro USA". Die Liquidation des US-Fonds wird in einer Anlegerinformation mit dem geringen Volumen begründet, "wodurch eine weitere wirtschaftlich effiziente Verwaltung des Teilfonds nicht mehr sichergestellt werden kann".

Interessanter liest sich die entsprechende Passage zum "Pro Deutschland", schließlich gilt ein Fonds mit über 100 Millionen Euro in aller Regel als wirtschaftlich: "Der Hauptvertriebspartner und Initiator des Teilfonds hat mitgeteilt, den Teilfonds nicht mehr zu vertreiben", heißt es in der Anlegerinformation. "Es ist mit erheblichen Rückflüssen innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen. Da mit dem zu erwarteten, geringen Fondsvolumen eine weitere wirtschaftlich effiziente Verwaltung des Teilfonds nicht mehr sichergestellt werden kann, soll der Teilfonds aufgelöst werden, um die Gleichbehandlung der Investoren zu gewährleisten."

Bank rät bei den Fonds seit Februar 2017 zum Verkauf
Dass die beiden Portfolios nun liquidiert werden, hat vor allem damit zu tun, dass ihr Anlagekonzept in den vergangenen Jahren nicht aufging, was für eine enttäuschende Performance sorgte. Die "Pro"-Fonds werden nach der sogenannten Best-of-Two-Strategie gemanagt, bei der die Aktien- und Rentenquote auf Basis mathematischer Regeln in einer Bandbreite von null bis 100 Prozent gesteuert wird. "Hierfür werden historische Kurse herangezogen, Prognosen finden keine Berücksichtigung", erläutert ein DWS-Sprecher auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. "Auf diese Weise soll mittel- bis langfristig von der Wertentwicklung der jeweils besser laufenden Anlageklasse profitiert werden." Die vergangenen Jahre seien jedoch von häufigen, meist sehr scharfen Trendbrüchen geprägt gewesen. "In diesem Marktumfeld können solche Strategien ihre Stärken nicht ausspielen", so der Sprecher.

"Wir erwarten auch künftig ein derartiges Kapitalmarktumfeld", ergänzt ein Sprecher der Deutschen Bank. "Zudem dürfte die Rentenseite mittelfristig ein negatives Renditepotential bieten. Aus diesem Grund empfiehlt die Deutsche Bank diese Fonds seit dem 1. Februar 2017 zum Verkauf."

Fondsfusion war nicht möglich
Bleibt die Frage, warum nicht zumindest der "Pro Deutschland" auf einen anderen Fonds verschmolzen wird, schließlich sind angesichts des großen ausstehenden Volumens viele Anleger von der Auflösung betroffen. Für eine Fusion habe es kein vergleichbares Produkt gegeben – etwa einen Mischfonds, der quantitativ gemanagt werde und einen Anlagefokus auf Deutschland habe, erläutert der DWS-Sprecher.

In der DB-Privatmandat-Serie verfolgt künftig nur noch ein Fonds eine Best-of-Two-Strategie: der DB Privatmandat Comfort - Pro Global, der Anfang März rund 180 Millionen Euro verwaltete. Die anderen drei Produkte der Exklusivserie, DB Privatmandat Comfort - Balance, Einkommen und Wachstum, werden mit anderen Investmentprozessen gesteuert. (bm)