Der Druck auf Sparer steigt: Immer mehr ältere, hochverzinste Einlagen werden fällig, die neu angelegt werden müssen. Trotz der niedrigen Zinsen parken Anleger weiterhin einen Großteil dieser Mittel in Sichteinlagen, berichtet die genossenschaftliche DZ Bank. Ihr Anteil am gesamten Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland hat inzwischen fast 22 Prozent erreicht – obwohl Anleger so unter Berücksichtigung der Inflation Verlust machen.

Nur ein kleiner Teil der freiwerdenden Mittel fließt direkt in Aktien. Etwas aufgeschlossener zeigen sich private Haushalte gegenüber Investmentfonds. Vor allem Misch- und Aktienfonds waren zuletzt gefragt. Im laufenden und auch im kommenden Jahr dürfte ihr Anteil an den Portfolios der privaten Haushalte weiter steigen, prognostiziert die DZ Bank.

Zinsen steigen, Inflation auch
Die anhaltende Niedrigzinsphase bremst den Vermögenaufbau. Seit dem Jahr 2008 sinkt die nominale Durchschnittsverzinsung von Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen stetig. Zwischen 2014 und 2016 warfen solche Anlagen nur dank der niedrigen Inflation überhaupt noch etwas ab. Im vergangenen Jahr hat die Lage gedreht.

Die Inflationsrate stieg im Jahr 2017 auf 1,7 Prozent. Das ist eigentlich nicht viel – der Realzins drehte aber ins Negative, auf minus 0,8 Prozent. Obwohl allmählich steigende Zinsen zu erwarten sind, dürfte die nominale Durchschnittsverzinsung weiter sinken. Bei einer Inflationsrate von voraussichtlich 1,8 Prozent wird der Realzins im kommenden Jahr bei minus einem Prozent liegen. Für die Bundesbürger bedeutet das einen Wertverlust von bis zu 46 Milliarden Euro. (fp)