Knapp drei Wochen vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen für 2015 sorgt die Großbank HSBC für Schlagzeilen. In einem internen Memo vom Sonntag, aus dem die Nachrichtenagentur Bloomberg auszugsweise zitiert, wurden die Mitarbeiter über teils drastische Sparmaßnahmen informiert, die unter anderem einen globalen Einstellungsstopp sowie klare Obergrenzen für Spitzengehälter beinhalten.

Bereits im vergangenen Juni hatte HSBC-Chef Stuart Gulliver einen detaillierten Dreijahresplan vorgestellt, um die Gewinne angesichts steigender Regulierungs-Kosten Schritt für Schritt zu verbessern. Kernpunkte: Ausdünnung des globalen Niederlassungsnetzes, Schließung unprofitabler Geschäftsfelder und Abbau überflüssiger Stellen. So soll die Zahl der Vollzeitbeschäftigten bei HSBC bis 2017 um 22.000 bis 25.000 oder zehn Prozent der Belegschaft reduziert werden. Gulliver plant, die Kosten binnen zwei Jahren um 4,5 bis fünf Milliarden Dollar zu senken.

Vereinzelter Rückzug
Zudem sucht die Bank mit Sitz in London laut Brancheninsidern Käufer für ihr Türkeigeschäft. Das Geschäft in Brasilien wurde bereits abgestoßen. Außerdem verlautete, die Bank habe ihr Geschäft im Libanon auf den Prüfstand gestellt und erwäge auch hier einen geordneten Rückzug. Zudem hieß es bei Bloomberg, HSBC denke über eine Schließung des Private- Banking-Geschäfts in Indien nach.

"All das liegt auf einer Linie mit den Plänen der Bank, die betrieblichen Kosten zu senken", sagte Richard Cao, Analyst bei Guotai Junan Securities Co. in Shenzhen, gegenüber Bloomberg. "HSBC kann sich dem globalen Wirtschaftsabschwung und der Verschlechterung der Aktiva-Qualität nicht entziehen wie andere globale Banken." (ps)