Mit ihr wird ein Stückchen Geschichte der Bundesrepublik zu Grabe getragen: Die Tagesanleihe soll zum Ende des Jahres 2019 eingestellt werden. Dies habe die Finanzagentur, die für das Schuldenmanagement der Bundesrepublik zuständig ist, mitgeteilt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Der Bund hatte die Tagesanleihe einst im Jahr 2008 eingeführt. Das Instrument erlaubte es Privatanlegern – ähnlich wie beim Tagesgeld der Banken – zu einem marktüblichen Zins Geld anzulegen und täglich abzuheben. Gebühren fielen, anders als bei gleichen Geschäftsbankangeboten, dabei nicht an. Die neue Tagesanleihe erfreute sich schon bald großer Beliebtheit. Denn: Nach dem Beginn der Finanzkrise, ausgelöst durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008, verloren die Bundesbürger das Vertrauen in die Banken. Geld beim Staat anzulegen, schien vielen deutlich sicherer zu sein. So steckten bereits Ende 2008 satte 3,2 Milliarden Euro in der Tagesanleihe, schreibt die SZ.

Nur noch knapp eine Milliarde Euro
Doch in den darauffolgenden Jahren führte das Niedrigzinsniveau dazu, dass das Geschäft für den Bund immer unrentabler wurde. Die Tagesanleihe lief zwar weiter, Privatkunden konnten darin aber kein neues Geld mehr anlegen. Zinsen, die sie aus Staatsanleihen erhielten, durften sie in der Anleihe aber immer noch parken.

Inzwischen liege der Zins für die Tagesanleihe längst bei 0,0 Prozent, schreibt die SZ. Derzeit befindet sich noch knapp eine Milliarde Euro auf 23.000 Konten. Daher hat die Finanzagentur die Kunden nun schriftlich angewiesen, das Geld bis Ende des Jahres auf ein anderes Konto zu übertragen. (am)