Nun ist es offiziell so weit: Die Allianz Lebensversicherung hat eine vollkommen digital abschließbare Lebensversicherung ins Programm genommen, nachdem sie in der Vergangenheit zwei Testballons mit Online-Policen gestartet hatte, deren Bedingungen sehr flexibel waren. "Fourmore" richtet sich vornehmlich an jüngere Menschen der "Generation Smartphone".

"Wir treffen auf hohe Nachfrage nach unseren Vorsorgelösungen, gleichzeitig gibt es gerade jüngere Menschen, die wir derzeit nicht systematisch erreichen", sagt Volker Priebe, Produkt-Vorstand der Allianz Leben. "Das Zukunftsprodukt Fourmore wird daher so überzeugend sein, dass junge Menschen einfach mal beginnen, Geld für die Zukunft zurückzulegen."

Beitragsgarantie zu Rentenbeginn
Da die beiden Live-Tests und andere Marktuntersuchungen der Allianz ergeben haben, dass Jüngeren bei der Altersvorsorge vor allem zwei Punkte wichtig sind – digitale und flexible Lösungen – bietet das neue Produkt laut einer Pressemitteilung genau das: Kunden können so oft und so viel sie möchten einzahlen. Daher sind auch längere Pausen möglich.

Außerdem können sie Geld in der Anzahlphase aus dem Vertrag entnehmen und später wieder einzahlen. Der Versicherer garantiert, dass jeder eingezahlte Cent zum Rentenbeginn mit 67 da ist. In der Zwischenzeit kann das Vermögen aber schwanken, da der Versicherer nicht nur in Anleihen, sondern auch in Aktien, Unternehmensanleihen und Immobilien investiert.

Hohe Kosten
Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) sind die Kosten aber bemerkenswert: Für jede Einzahlung sollen vier Prozent fällig werden. Außerdem fallen jährlich 0,8 Prozent des gesamten angesparten Geldes als Verwaltungsgebühr an – zuzüglich 0,18 Prozent für das Management der Kapitalanlage. Immerhin: Wer Geld abhebe und später wieder einzahle, muss dafür laut SZ keine vier Prozent zahlen.

Das ist viel Geld für ein digitales Versicherungsanlageprodukt. Denn die Kunden müssen die Verwaltung ihres Vertrages zunächst einmal selbst in die Hand nehmen. Zwar ist eine telefonische Hilfe und Kontaktaufnahme mit einem Berater aus Fleisch und Blut angedacht. Allerdings erst Ende des Jahres.

Der Versicherer möchte die Vermittler dabei nicht grundsätzlich ausschließen. Ein Sprecher der Allianz erklärte FONDS professionell ONLINE auf Anfrage zu einem der beiden Testballons, dass die Erfahrung zeige, dass die meisten Menschen online suchen, aber vielfach beim Vermittler abschließen, weil sie dessen Beratung schätzen. (jb)