Das von Investoren aus Deutschland in nachhaltigen Fonds angelegte Vermögen hat die Marke von 100 Milliarden Euro überschritten. Zu diesem Ergebnis kommt der Branchenverband BVI nach einer Auswertung seiner hauseigenen Investmentstatistik zum Stichtag Ende Juni 2020. Die Summe entfalle zu etwa gleichen Teilen auf Publikums- und auf Spezialfonds (siehe Grafik in der Bilderstrecke oben).

Damit ist das Volumen der beim BVI erfassten Nachhaltigkeitsfonds allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 7,5 Prozent gewachsen – trotz des Corona-Crashs im März. Das liegt einerseits daran, dass sich die Kurse der ESG-Fonds schnell wieder erholen konnten, andererseits aber auch am boomenden Neugeschäft: Dem Verband zufolge verzeichneten Öko- und Ethikfonds im ersten Halbjahr 7,2 Milliarden Euro Nettozuflüsse (siehe Grafik in der Bilderstrecke oben). Aus traditionell gemanagten Fonds zogen Anleger unter dem Strich dagegen 3,4 Milliarden Euro ab.

"Nachhaltigkeitsregulierung muss klare Standards schaffen"
"Der Trend zu nachhaltigen Anlagen ist in Deutschland ungebrochen. Damit das weiter so bleibt, setzen wir uns für eine Regulierung ein, die diese Entwicklung stärkt statt schwächt", sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. "Nachhaltigkeitsregulierung muss klare Standards schaffen und Grünwäscherei unterbinden."

Der Verband hatte jüngst eindringlich an die Bundesregierung appelliert, ihren Vorsitz in der EU-Ratspräsidentschaft zu nutzen, um eine ESG-Regulierung aus einem Guss zu erreichen – sonst drohe Chaos bei der Umsetzung (FONDS professionell ONLINE berichtete). (bm)