Der Squad Aguja Opportunities verwaltet ein knappes Jahr nach seiner Auflage schon mehr als 100 Millionen Euro. "Wir haben gute Zuflüsse von Dachfonds, Vermögensverwaltern, Family Offices, Banken, unabhängigen Beratern sowie Privatinvestoren gesehen", berichtet Fabian Leuchtner, einer der beiden Gründer der Kölner Investmentboutique Aguja Capital, die den Fonds steuert.

Leuchtner und sein Kollege Dimitri Widmann, beide Anfang 30, haben Aguja Capital im vergangenen Jahr gegründet (FONDS professionell ONLINE berichtete). Sie lernten sich während ihres Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens in Karlsruhe kennen, später arbeiteten beide bei Flossbach von Storch. Leuchtner managte zusammen mit einem Kollegen zwei Rentenfonds des Kölner Vermögensverwalters, Widmann arbeitete als Aktienanalyst für den Flaggschifffonds FvS Multiple Opportunities.

"Marktunabhängige Werttreiber" gesucht
Mit dem Squad Aguja Opportunities setzen die beiden Nachwuchsfondsmanager auf Unternehmen in Sondersituationen, bei denen beispielsweise eine Übernahme ansteht oder ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag vorliegt. Ziel sind "marktunabhängige Werttreiber", wie Leuchtner es nennt, also Renditen, die nicht am Auf und Ab der Finanzmärkte hängen.

"Wir suchen gezielt nach solchen Sondersituationen und analysieren dann auch die ganze Kapitalstruktur nach der Frage, welches Instrument das attraktivste Rendite-Risiko-Profil aufweist", sagt Leuchtner. "Das kann die Aktie sein, aber auch eine Anleihe oder eine Wandelanleihe." Durch diese Mischung soll ein "asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil mit gedämpfter Downside" entstehen.

Wann wird ein "Soft-Close" nötig?
Bislang ging diese Rechnung hervorragend auf: Seit Jahresbeginn liegt der Fonds 12,3 Prozent im Plus, seit Auflage Anfang Dezember 2014 sogar 14 Prozent. Bleibt die Frage, wie groß der Fonds werden darf, bevor ein "Soft-Close" nötig wird, um die Strategie nicht verwässern zu müssen. Viele andere Fonds, die auf Sondersituationen setzen, haben die Zuflüsse aus genau diesem Grund schon begrenzt, darunter der Greiff Special Situations, der 4Q‐Special Income, der KR Fonds Deutsche Aktien Spezial und der WHC Global Discovery.

"Für das Soft-Closing des Fonds ist noch keine fixe Größe festgelegt", so Leuchtner gegenüber FONDS professionell ONLINE. "Maßgeblich ist die Liquidität an den Märkten und damit die Flexibilität in der Umsetzung der Strategie." Widmann verweist darauf, dass sich Aguja Capital nicht auf Aktien beschränken müsse und verschiedenste Sondersituationen ausnutzen könne, sich also beispielsweise nicht nur auf Übernahmen konzentriere. "Außerdem sind wir regional nicht begrenzt. Der Fonds kann weltweit investieren, anders als einige unserer Mitbewerber. Insofern können wir ein Stück weit flexibler reagieren. Die Schwierigkeit besteht eher darin, alle interessanten Ideen abzuarbeiten." (bm)