Im Jahr 2004 gründeten Giselher von Eyb und Georg von Wallwitz ihre Vermögensverwaltung mit Sitz in München. Mit 15 Mitarbeitern verwaltet das Unternehmen mittlerweile 1,1 Milliarden Euro, davon entfallen 525 Millionen Euro auf die Phaidros Publikumsfonds. Seit 2009 agiert Ernst Konrad als zweiter Geschäftsführer des Vermögensverwalters. Der ehemalige Leiter des Aktienbereichs der Bayerninvest zeichnet bei Eyb & Wallwitz für die gesamte Asset Allocation verantwortlich. Ende 2018 legte das Unternehmen mit dem Phaidros Funds Schumpeter Aktien nun erstmals einen reinen Aktienfonds auf – rückblickend nicht gerade der perfekte Zeitpunkt.

Für Konrad war es trotzdem ein logischer Schritt, so erklärt er: "Die Strategie des Fonds ist nicht neu, wir haben diese schon seit über zehn Jahren in unseren gemischten Portfolios im Einsatz. Aufgrund von vermehrten Kundenanfragen haben wir uns nun entschlossen, diese Strategie auch als reinen Aktienfonds anzubieten." Im Detail handelt es sich um die Aktienstrategie des 2007 aufgelegten Phaidros Balanced-Fonds. Von 2008 bis Ende 2017 konnten diese eine Performance nach Kosten von annualisiert 7,1 Prozent erzielen. 

Joseph Schumpeter als Namensgeber
Für den Namensgeber, Joseph Schumpeter, einen bekannten Vertreter der österreichischen Nationalökonomie, hat man sich laut Konrad aus verschiedenen Gründen entschieden. Zum einen gilt Schumpeter als einer der herausragenden Ökonomen des 20. Jahrhunderts. In seiner Zeit hat er zwei wesentliche Werke verfasst.

In seinem Frühwerk "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" von 1911 unternimmt er den Versuch, die wirtschaftliche Entwicklung des Kapitalismus zu erklären. In seinem späten Opus "Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“ von 1942 geht er auf gesellschaftspolitische Implikationen ein. Schumpeter beschreibt in seinen letzten Büchern eine Spätform des Kapitalismus, die durch Stagnation, einen Mangel an grundlegender Innovation, hohe Regulierungsdichte und das Abdanken der "Unternehmer" zugunsten der "Manager" gekennzeichnet ist. Dies führt zu einer Monopolisierung im Unternehmenssektor.

"Allerdings gelingt es immer wieder einigen innovativen Herausforderern, ganz neue Märkte zu kreieren und auf diese Weise die alten Oligopole zu gefährden. Wir setzen daher auf der einen Seite auf Unternehmen, die entweder einen Markt neu erschließen, stark wachsen oder vielleicht irgendwann sogar zum Monopolisten werden, wie etwa in jüngerer Zeit Amazon oder Google. Auf der anderen Seite investieren wir in jene Unternehmen, die es bereits zum Monopolisten geschafft haben und auch mittelfristig in der Lage sein werden, ihre Monopolrenten zu verteidigen", erklärt der Eyb & Wallwitz-Geschäftsführer. Das Universum an Unternehmen ist dabei überschaubar. Weltweit haben Konrad und sein Team um die 150 bis 200 Titel herausgefiltert. "Unsere Core-Liste besteht aus etwa 50 Namen. Es kommen immer wieder neue dazu, allerdings gibt es auch Unternehmen, die diese Eigenschaften wieder verlieren."

"Wir sind keine Vertreter eines Rezessionsszenarios"
Für das aktuelle Jahr zeigt sich Konrad durchaus positiv gestimmt. "Wir sehen derzeit in Europa KGVs von 12 bis 13, das ist schon recht günstig – auch wenn man berücksichtigt, dass die Unternehmensgewinne nicht wirklich stark wachsen werden. Man sollte aber berücksichtigen, dass die Weltwirtschaft real weiterhin um drei bis 3,5 Prozent wachsen wird." Anfang des Jahres wurde die Aktienquote des Phaidros Funds Balanced jedenfalls etwas aufgebaut, diese liegt nun bei 50 Prozent.

Zwar ist auch Konrad der Meinung, dass die Rezessionswahrscheinlichkeit zugenommen hat, trotzdem sieht er sich nicht als Vertreter eines Rezessionsszenarios. "Wir gehen eher davon aus, dass wir uns seit Jahren im Phänomen der säkularen Stagnation befinden. Das hat zur Folge, dass die konjukturellen Ausschläge nach oben und nach unten einfach nicht so stark sind. Überall in Europa wurden die Wachstumserwartungen gesenkt. In Deutschland liegen wir derzeit bei einem Prozent, wir sehen also eine Abschwächung des Wachstums, von einer Rezession sind wird allerdings noch deutlich entfernt. Um diese auszulösen wäre derzeit schon ein externer Schock notwendig." (gp)


Welche möglichen externen Schocks Konrad konkret meint, lesen Sie im vollständigen Interview ab Seite 142 in der aktuellen Heftausgabe 1/2019 von FONDS professionell. Angemeldete Mitglieder des FONDS professionell KLUBs können den Artikel auch im E-Magazin lesen.