Der Vermögensbildungsfonds I der DWS und der UniGlobal von Union Investment gehören zu den größten, ältesten und bekanntesten globalen Aktienfonds in Deutschland. Sie verwalten jeweils knapp acht Milliarden Euro und sind seit rund fünf Jahrzehnten auf dem Markt. Nun sind die beiden Portfolioklassiker auch in Sachen Rating an der Spitze zu finden: Die Analysten von Scope haben sie Ende April mit der Bestnote "A" geadelt. 

Sowohl der DWS- als auch der Union-Investment-Fonds haben Aktien aus dem Technologiesektor gegenüber dem MSCI World deutlich übergewichtet. So konnten sie ihre Verluste seit Jahresbeginn begrenzen, berichtet Scope-Expertin Barbara Claus. Im Schnitt verloren Fonds der Kategorie "Aktien Welt" bis Ende März 10,2 Prozent an Wert, der MSCI World sackte um 9,4 Prozent ab. Der Vermögensbildungsfonds I verzeichnete im selben Zeitraum dagegen nur 5,8 Prozent Minus. Der UniGlobal gab mit minus 7,8 Prozent etwas mehr nach, schnitt aber im breiten Vergleich ebenfalls sehr gut ab. "Auch langfristig überzeugen die Fondsklassiker", sagt Claus. Etwa über fünf Jahre, wo sie mit 5,8 beziehungsweise 5,3 Prozent Jahresplus den Kategorie-Schnitt (2,1 Prozent) klar übertrafen.

Die zehn größten Fonds mit einem Upgrade im April

Beide Fonds gehörten bereits vor den jüngsten Rating-Anpassungen zur Spitzengruppe bei Scope, verfügten aber mit der Note "B" zuletzt nur über die zweitbeste Bewertung. Noch vor zwei Jahren bewertete das Analysehaus das DWS-Dickschiff sogar nur mit "C". Für die Flaggschiffe von Deutschlands größter Fondsgesellschaft läuft es derzeit aber rund: Zu Beginn dieses Jahres hat Scope bereits den Absolute-Return-Fonds DWS Concept Kaldemorgen in den Fonds-Olymp aufgenommen. Verwaltet wird er von Klaus Kaldemorgen, der früher auch den Vermögensbildungsfonds I unter seinen Fittichen hatte. Über dessen Upgrade freut sich nun Manager André Köttner, der den Fonds im Jahr 2013 von dem DWS-Urgestein übernommen hat.

Pimco-Anleihefonds bekommt Spitzennote
Auch in der Gruppe der Rentenfonds haben die jüngsten Scope-Neubewertungen einiges durcheinandergewirbelt. So gehört der Pimco GIS Euro Bond Fund mit einem "A"-Rating seit April zu den besten Produkten für in Euro denominierte globale Anleihen.

Das ist vor allem der Flexibilität von Manager Andrew Balls zu verdanken, der trotz des schwierigen Umfelds einen Mehrwert für die Anleger erzielen konnte, erklärt Analystin Claus. Mit einer Wertentwicklung von 2,0 und 1,4 Prozent pro Jahr über drei und fünf Jahre ließ Balls seine Vergleichsgruppe (plus 0,6 beziehungsweise plus 0,5 Prozent pro Jahr) weit hinter sich.

Schlechtes Klima
Zu den Fonds, die nun mit einer schlechteren Bewertung vorliebnehmen müssen, gehört ausgerechnet einer der größten Sammeltöpfe, die das Thema "Klimawandel" bespielen: der BNPP Climate Impact. Das rund 1,2 Milliarden Euro schwere Produkt von BNP Paribas Asset Management hatte sich mit der Note "B" lange in der Spitzengruppe gehalten, rutsche im April aber auf "C" und damit auf Mittelmaß ab. "Insbesondere die Risikoindikatoren des Fonds haben sich ab März sprunghaft erhöht", erklärt Claus. Während er auf Fünfjahressicht mit 4,7 Prozent noch vor seiner Vergleichsgruppe liegt (3,3 Prozent) liegt, blieb er seit Jahresbeginn mit 15,2 Prozent Minus deutlich hinter der Peergroup zurück (minus 9,2 Prozent).

Die zehn größten Fonds mit einem Downgrade im April

Abwärts ging es auch für gleich mehrere Aktienfonds mit Asien-Schwerpunkt. Etwa für den Fidelity Asia Focus Fund: Er musste im April sein Spitzenrating abgeben, wird von Scope aber immer noch mit der Note "B" bewertet. Härter traf es den BGF Asian Growth Leaders von Blackrock. Zuvor mit "C" benotet, stürzte er auf "D" ab. Ebenso erging es dem Investec GSF Asian Equity. (fp)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. Insgesamt trugen Ende April 6.226 Fonds ein Scope-Rating. 402 Produkte bekamen bei der jüngsten Neubewertungsrunde eine bessere Note als zuvor, 346 Fonds wurden herabgestuft.