Die Inflationsrate in der Eurozone dürfte kurzfristig sinken, glaubt Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Als Grund nennt er gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) nicht nur die Coronakrise, sondern insbesondere den massiven Rückgang des Ölpreises. Ebenso könnte die sinkende Zuversicht vieler Bürger in Bezug auf ihre Altersvorsorge den Trend verstärken. "In einem Umfeld wie dem derzeitigen sparen viele lieber, als zu konsumieren", sagt Vorndran der Zeitung.

Der Effekt dürfte allerdings nicht lange anhalten. Vorndran rechnet damit, dass die Inflation nach sechs Monaten wieder anziehen und sich auf einem Niveau von 3 bis 3,5 Prozent einpendeln wird, bei anhaltenden Nullzinsen. Das setzt voraus, dass sich die Regeln aus der Coronakrise als neue Normalität durchsetzen.

Als Beispiel nennt der Stratege einen Friseur, der dadurch nicht mehr so viele Kunden bedienen könne, aber zugleich auf eine unveränderte Nachfrage stoße. Er werde die Preise für dieselbe Dienstleistung erhöhen, weil er gezwungen sei, seine Fixkosten auf weniger Kunden umzulegen, sagte Vorndran der NZZ. (fp)