In wenigen Wochen wird die japanische Fluggesellschaft ANA ihren ersten Airbus A380 in den Regelbetrieb schicken. Er soll fortan zwischen Tokio und Honolulu (Hawai) verkehren. Ebenfalls in Kürze soll ANA zwei weitere Maschinen dieses Typs vom Herstelle Airbus übernehmen. In Europa sorgt das jedoch nicht für Euphorie.

Denn der Airbus ist wie berichtet nur etwas mehr als zehn Jahre nach seiner Markteinführung bereits wieder Geschichte. Mehrere Fluggesellschaften wie Singapore Airlines, Air France und Lufthansa trennen sich von A380-Maschinen. Und da in den vergangenen Jahren keine neue Bestellungen eingagenen sind, wird Airbus das Flugzeug schon bald nicht mehr produzieren.

Die Airbus-Entscheidung ist für den Beteiligungsmarkt ein schwerer Schlag. In der Vergangenheit haben 20 Publikumsfonds insgesamt 21 Maschinen vorfinanziert. Die Anleger haben rund 1,6 Milliarden Euro in die A380-Portfolios investiert – eine ausführliche Übersicht zeigt FONDS professionell in der aktuellen Ausgabe 1/2019. Obwohl das Kapital nicht kompellt und unmittelbar im Feuer steht, blicken die Geldgeber einer ungewissen Zukunft entgegen.

Abgesehen davon sind Anleger immer wieder mit der drohenden Insolvenz oder sogar dem Bankrott der Airline, die Leasingnehmer in ihren Fonds sind, konfrontiert. Zwei aktuelle Beispiele: Einerseits kämpft die britische Regionalfluggesellschaft Flybe ums Überleben. Dabei erwarten die neuen Eigentümer auch Unterstützung der deutschen Fondsgesellschaften. Die Anleger haben den Forderungen des Flybe-Managements größtenteils zugestimmt. Andererseits konnte die Germania aus Berlin wie berichtet ihren Absturz nicht mehr verhindern. (ae)


Über die Auswirkungen der Turbulenzen beim Airbus A380 und bei den Fluggesellschaften berichtet die FONDS professionell-Ausgabe 1/2019 ab Seite 190. Angemeldete KLUB-Mitglieder können den Bericht hier online lesen.