Gerade erst in Erwägung gezogen, ist der Deal auch schon abgeschlossen. Die britische Fluggesellschaft Flybe hat ihren Verkauf mit hohem Tempo forciert und schließlich unter Dach und Fach gebracht. Neue Eigentümer sind Virgin Atlantic, Stobart Air und der Finanzinvestor Cyrus Capital Partners. Die Flybe-Anteile haben nur 2,8 Millionen Britische Pfund gekostet. Außerdem muss das Käuferkonsortium Connect Airways zusätzlich einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an Liquidität zuschießen.

Flybe kämpfte mit schwindender Liquidität
Die 1979 gegründete Airline Flybe ist Leasingnehmer bei zahlreichen deutschen Flugzeugfonds des Initiators HEH in Hamburg. Im November 2018 stellte sich das Unternehmen zum Verkauf, nachdem die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2018/2019 durchwachsen waren. Flybe erzielte zwar einen Gewinn, allerdings waren die Kennzahlen deutlich rückläufig: Der Umsatz sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017/2018 um 2,4 Prozent; der Gewinn brach um 54 Prozent ein.

Operativ lief es gar nicht maal schlecht: Nachdem die Kapazitäten um neun Prozent reduziert wurden, stieg der Passagierumsatz pro Sitzplatz um acht Prozent. In dieser Größenordnung verbesserte sich auch die Auslastung der Flugzeugflotte. Die Zahl der Passagiere legte leicht auf etwas mehr als 5,2 Millionen Fluggäste zu. Probleme bereiteten Flybe die Kosten, und zwar nicht nur die operativen Betriebskosten, sondern auch die Finanzierungskosten. Beides belastet die freie Liquidität. Flybe bekräftige im vergangenen November ihren Konsolidierungsplan.

HEH-Beteiligungen in Wartestellung
Die HEH-Fonds sind von den Entwicklungen bei Flybe noch nicht unmittelbar betroffen. Alle Fondsgesellschaften haben nach Angaben des Managements bisher alle vereinbarten Zahlungen von Flybe pünktlich und vollständig erhalten. Außerdem haben die Fonds laut HEH alle Zins- und Tilgungszahlungen auf die langfristigen Fremdfinanzierungen geleistet. So gesehen liegen die Beteiligungen wirtschaftlich im Plan. Lediglich die Auszahlungen an die Anleger will HEH wie berichtet vorläufig stoppen.

Zum Verkauf von Flybe an das Konsortium erklärte HEH-Vorstand Gunnar Dittmann auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE: "Im Moment führen wir sehr viele Gespräche mit allen Beteiligten. Wir können zurzeit aber keine konkreten Angaben über die Inhalte machen." Medienberichten zufolge wollen die neuen Eigentümer Flybe restrukturieren. Inwieweit sich das auf die Flugzeugfonds von HEH auswirken könnte, ist laut Dittmann völlig offen. Die Anleger sollen kurzfristig eine Zwischeninformation erhalten. (ae)