Gebühren drücken die Renditen von Investmentfonds ganz erheblich. Das hat zu Jahresbeginn eine Untersuchung der europäischen Wertpapieraufsicht Esma ergeben. Doch wie sehen diese Kosten bei in Deutschland zugelassenen Investmentfonds tatsächlich aus – und vor allem: Welche Auswirkungen haben diese auf die Anlagebereitschaft und den Wettbewerb? 

Diesen essentiellen Fragen geht die Studie "Fondskosten – der Schlüssel einer erfolgreichen Fondsauswahl?" nach, die der Unternehmensberater Bernd Baur (BBConsulting) gemeinsam mit dem Petersmann Institut für den unabhängigen Finanzberater herausgegeben hat. Das eindeutige Ergebnis lautet: Wer Fonds mit unterdurchschnittlichen Kosten in seiner Anlageentscheidung bevorzugt, hat deutlich größere Chancen, eine über dem Durchschnitt der Wettbewerbsgruppe liegende Performance zu erzielen. Dabei spielt es keine Rolle, für welche Anlageklasse oder Fondskategorie sich der Anleger im Vorfeld entschieden hat. 

"Es ist offensichtlich, dass die Höhe der Kosten, die einem Fonds belastet werden, nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt, sondern auch die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Portfoliomanagements überschattet. Fondsmanager, deren Fondskosten deutlich über dem Durchschnitt lagen, konnten in der Vergangenheit diesen Rucksack über ein aktives Management nicht mehr wettmachen. Darum gilt wie im ganzen Wirtschaftsleben: Der Gewinn eines Investments liegt im Einkauf", stellt Studienautor Bernd Baur heraus, der dafür die öffentlich zugängliche Datenbank von Morningstar, die mehr als 20.000 Fonds und knapp 3.500 ETFs umfasst, auswertete.

85 Prozent der günstigen Fonds schaffen Renditeplus
Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: Laut der Studie kostete ein global investierender Aktienfonds zwischen Februar 2018 und Februar 2019 für Privatanleger durchschnittlich 1,50 Prozent jährlich, ein entsprechender ETF lag bei 0,31 Prozent. Fonds, deren Kosten über dem Durchschnitt lagen, haben in der Fünf-Jahres-Betrachtung nur zu einem Anteil von knapp 28 Prozent eine Mehrrendite gegenüber der Peergroup erzielt. Fonds mit unterdurchschnittlichen Kosten hingegen haben dies zu fast 85 Prozent geschafft.

"Die Studie zeigt, wie Anleger und Berater durch eine kostenorientierte Auswahl der eingesetzten Investmentfonds erhebliche Mehrwerte erzielen können. Daher fördern wir als Partner diese Studie sehr gerne, um zu zeigen, wie sich Anlageerfolge gerade für Privatanleger forcieren lassen", sagt Hartmut Petersmann, Gründer und Geschäftsführer des Petersmann Instituts. (jb)


Die Studie "Fondskosten – der Schlüssel einer erfolgreichen Fondsauswahl?" ist hier kostenlos erhätlich.