Die Debeka Lebensversicherung hat Anfang Februar die Portfolios Tausender Fondspolicen angepasst: Statt in börsengehandelte Indexfonds der Blackrock-Tochter iShares wird nun in drei eigene Fonds investiert, die von Universal-Investment verwaltet werden. Die Umschichtungen betreffen ein Volumen von mehr als 500 Millionen Euro.

Konkret wurde der Debeka Global Shares neu ausgerichtet, ein sogenannter interner Fonds des Versicherers. Bislang setzte dieses Portfolio, das Anfang Januar knapp 509 Millionen Euro verwaltete, auf vier iShares-ETFs. Diese wurden nun durch drei eigene Aktienfonds ersetzt, die von Debeka Asset Management (DebekAM) gesteuert werden, einer 2018 gegründeten Tochter der Versicherungsgruppe. Die neuen regional ausgerichteten Fonds, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, investieren in Unternehmen aus Nordamerika, Europa und Asien.

ESG-Kriterien sollen Risiken begrenzen
Den Debeka-Aktien-Europa-ESG Fonds managt die DebekAM selbst, Universal-Investment übernimmt die Verwaltung und Administration. Beim Nordamerika- und Asienfonds dient die DebekAM nur als Berater, während Universal-Investment das Portfoliomanagement verantwortet. Die beiden letztgenannten Fonds investieren vollständig passiv. In den Europa-Fonds lasse der Asset Manager des Versicherers in gewissem Umfang auch aktive Anlageentscheidungen einfließen, erläutert DebekAM-Geschäftsführer Frank Heise im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.

Die Berücksichtigung der ESG-Kriterien in den neuen Fonds dient in erster Linie dem Risikomanagement. "Wir wollen Risiken vermeiden, die sich aus der Führung von Unternehmen und ihrem Umwelt- und Sozialverhalten ergeben", sagt Heise. Asset Manager könnten außerdem viel Performance erzielen, wenn sie auf Unternehmen setzen, die im ESG-Scoring zwar weniger gut abschneiden, aber konsequent Verbesserungsmaßnahmen ergreifen. "Der Markt belohnt dies", so Heise. "Außerdem zahlt sich Nachhaltigkeit durch weniger Volatilität für unsere Kunden und Mitglieder der Debeka-Versicherungen aus."

Für die Kunden wird es nicht teurer – aber nachhaltiger
Der Wunsch, das Geld der Kunden nachhaltig zu investieren, sei ein wichtiger Treiber für die Neuausrichtung des Debeka Global Shares gewesen, berichtet Heise im Gespräch mit der Redaktion. "Es gibt zwar immer mehr ETFs, die ESG-Kriterien berücksichtigen, aber jeder Anbieter geht anders vor – und oft genug handelt es sich nur um ein Feigenblatt. Uns war es wichtig, bei unseren weltweiten Investments einen stringenten Ansatz zu verfolgen." Dank der eigenen Portfolioverwaltungslizenz sei es möglich, die Zielinvestments für den Debeka Global Shares genauso günstig zu tätigen wie bislang über die ETFs. "Unsere Kunden erhalten aber den Zusatznutzen, dass ihr Geld nun nachhaltig investiert wird", so Heise.

Gemessen am ausstehenden Volumen in Fonds zählt die Debeka zu den kleineren Fondspolicenanbietern – in der jüngsten Marktauswertung von FONDS professionell ONLINE belegte das Haus Stand Ende 2018 nur Rang 50. "Wir wachsen aber sehr stark, die Nachfrage nach unseren Produkten ist sehr groß", berichtet Heise. Das zeigt sich beispielhaft am Debeka Global Shares, dem größten Fonds in den Policen des Koblenzer Versicherers: Ende 2018 verwaltete dieses Portfolio nur gut 181 Millionen Euro. Sein Volumen hat sich seither fast verdreifacht. (bm)