Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Doch wenn es ums Geldanlegen geht, tun sich genau damit die meisten Deutschen schwer. Trotz Mini-, oder real gerechnet, Minuszinsen setzen sie mehrheitlich auf klassische, aber renditeschwache Produkte wie Sparbücher oder zunehmend performancearme Anlageformen wie Lebensversicherungen.

Dabei existiert seit Langem ein ebenso lukratives wie einfach zu handhabendes Vehikel für den Vermögensaufbau: der Fondssparplan. Doch wirklich gesellschaftsfähig ist er trotz eines leichten Popularitätszuwachses noch immer nicht. Für Berater gibt es also noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.


FONDS professionell ONLINE hat die gebräuchlichsten Fondssparplan-Kategorien durchleuchtet. In unserem siebenteiligen Sparplan-Check zeigen wir in den kommenden Tagen, mit welchen konkreten Portfolios geduldige Anleger in den vergangenen zehn Jahren am besten fuhren.


Dabei kann kaum eine Anlagealternative – etwas Zeit und Durchhaltewillen vorausgesetzt – derart viele Vorteile auf sich vereinen wie der Sparplan auf Fondsbasis: Schon ab 25 Euro monatlich geht es los, und dank des Zinseszins- und des Durchschnittskosteneffekts, der kurzfristige Kursdellen an den Kapitalmärkten in der mittleren Frist ausgleicht, können selbst aus solch überschaubaren Monatsraten längerfristig kleine Vermögen oder zumindest solide "Notgroschen" entstehen.

Volle Flexibilität
Ein weiterer Pluspunkt: Fondssparer bleiben finanziell beweglich und sind stets Herr ihrer Geldanlage. Denn ohne großen Aufwand lassen sich die wiederkehrenden Sparraten aufgrund vorübergehender finanzieller Engpässe reduzieren oder auch mal ganz aussetzen, später wieder aufstocken oder – eine häufig in ihrer Wirkmächtigkeit unterschätzte Variante – von Beginn an dynamisieren, um so einen eingebauten Inflationsausgleich zu erreichen.

Wie lukrativ Fondssparen ist, zeigt einmal mehr die aktualisierte Wertentwicklungsstatistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) auf eindrucksvolle Weise.

Zugleich zeigt die Auswertung des Branchenverbands, dass aller Anfang gut überlegt sein will: Allein die Wahl der Fondskategorie zu Beginn ist unterm Strich enorm erfolgsentscheidend. Wer unschlüssig ist, kann regelmäßig mehrere Portfolios in seinen Sparplan aufnehmen. Doch schon ein flüchtiger Blick auf die BVI-Statistik zeigt: Wer Aktien hierbei – vielleicht aufgrund von Vorurteilen oder übertriebenen Risikoerwägungen – kategorisch ausschließt, tut sich keinen Gefallen.

Großes Performancegefälle
Wer sich für die in den vergangenen zehn Jahren lukrativste Portfoliogruppe "Aktienfonds Europa Nebenwerte" entschied, konnte – alle zwischenzeitlich anfallenden Fondskosten und Ausgabeaufschläge miteingerechnet – im Schnitt stolze 10,9 Prozent per annum verdienen. Wer andererseits im ungünstigsten Fall einen global streuenden Mischfonds mit Anleiheschwerpunkt besparte, musste sich mit einem Wertzuwachs von gerade mal 1,2 Prozent pro Jahr begnügen – ein Performanceunterschied von immerhin 9,7 Prozentpunkten per annum.

In Euro ausgedrückt wird die Diskrepanz noch deutlicher: Wer zehn Jahre lang Monat für Monat je 100 Euro – also in Summe 12.000 Euro – in einen Fondssparplan steckte, der in anleihebetonte globale Mischfonds investiert, kam laut der neuesten BVI-Auswertung zum Stichtag 30. Juni 2018 im Schnitt auf ein Gesamtergebnis von rund 12.740 Euro. Wer indes ab Mitte 2008 Gleiches mit einem durchschnittlich guten Aktienfonds tat, der auf mittelständische und kleine Unternehmen aus Europa setzt, hätte nun auf seinem Depotauszug rund 21.190 Euro stehen – also rund 8.450 Euro mehr,  wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

Wie wichtig der Faktor Zeit bei der Geldanlage ist, zeigt sich, wenn statt einer Anlagedauer von zehn Jahren zwanzig Jahre veranschlagt werden. Die enorme Hebelwirkung des Zinseszinseffekts auf die Vermögensentwicklung des Fondssparers belegt die nachfolgende Tabelle.

Obwohl beispielsweise die durchschnittliche Performance von Fonds mit einem Fokus auf deutsche Aktien laut BVI-Daten gegenüber dem Zehn-Jahres-Intervall in der Zwanzig-Jahres-Frist von 8,0 auf 5,9 Prozent schrumpfte, verbleibt dem Fondssparer nach 20 Jahren mit rund 44.870 Euro dennoch ein mehr als doppelt so hohes Anlageergebnis.

Sparraten zwischen 100 und 250 monatlich sind die Regel
Generell sind Fondssparpläne wie erwähnt bereits ab Monatsbeträgen von 25 Euro abschließbar. Doch gängiger sind höhere Beträge, wie eine Umfrage und harte Zahlen von Union Investment zeigen: Die größte Gruppe der Teilnehmer einer Studie aus dem Herbst 2017 (38 Prozent) spart monatlich 100 bis 250 Euro. Und elf Prozent der Befragten können es sich sogar leisten, mehr als 500 Euro zu entbehren. "Das Umdenken vieler Anleger hat begonnen", meint Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. So wuchs die Zahl der Fondssparverträge beim Asset Manager der deutschen Genossenschaftsbanken in den vergangenen zwölf Monaten um fast ein Viertel auf 2,1 Millionen. Durchschnittlich legen Sparer bei Union monatlich 158 Euro pro Fondssparplan an. Bei Abschlüssen, die in den letzten zwölf Monaten zustande kamen, liegt der Durchschnitt sogar bei 250 Euro.

Die jüngste Wertentwicklungsstatistik des BVI verrät aber noch mehr: Nämlich nicht nur, welche Fondskategorien für Plansparer am rentierlichsten waren, sondern auch, mit welchen Einzelfonds geduldige Monatseinzahler in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich gut fuhren. Anhand dieser Übersichten stellen wir Ihnen in einer siebenteiligen Serie in den nächsten Tagen die lukrativsten Sparplanfonds aus den gängigsten – sprich vertriebsrelevanten – Portfoliokategorien vor. (ps)