First Private Investment Management erweitert das Angebot für Privatanleger: Mit einer Retail-Anteilsklasse des Fonds First Private Systematic Merger Opportunities macht die Frankfurter Investmentboutique ihre bisher institutionell genutzte Merger-Arbitrage-Expertise einem breiteren Publikum zugänglich. Wie First Private mitteilt, sollen Investoren damit einen diversifizierenden Baustein für ihr Depot erhalten, dessen Renditechancen sich nicht primär aus der allgemeinen Aktien- oder Zinsmarktbewegung ergeben, sondern aus konkreten Unternehmensübernahmen.

"Merger Arbitrage ist im Kern eine nachvollziehbare Strategie, weil sie an realen Transaktionen hängt: Unternehmen kaufen Unternehmen – und genau daraus entsteht die Ertragsquelle", erklärt Sebastian Wenz, Senior-Portfoliomanager und Fondsmanager des First Private Systematic Merger Opportunities. "Mit der Retail-Tranche öffnen wir Privatanlegern den Zugang zu einem Investmentprozess, der institutionell erprobt ist und konsequent auf eine strukturierte, datengetriebene und KI-gestützte Deal-Selektion und Risikomanagement setzt."

Den Merger-Spread nutzen
Bei der Merger-Arbitrage-Strategie geht es darum, Ineffizienzen in den Kursen der an einer Übernahme beteiligten Firmen auszunutzen. Dabei wird ein typisches Marktphänomen genutzt, das nach einer Übernahmeankündigung auftritt: Die Aktie des Übernahmeziels notiert häufig unter dem angebotenen Kaufpreis. Dieser Abstand, auch Merger-Spread genannt, reflektiert vor allem zwei Faktoren: das Risiko, dass der Deal scheitert, sowie die Zeit bis zum möglichen Abschluss.

Merger-Arbitrage-Investoren stellen in dieser Phase Liquidität bereit, indem sie die Zielaktie kaufen und je nach Deal-Struktur Marktrisiken absichern. Gelingt der Abschluss, kann der Spread vereinnahmt werden. Die meisten Übernahmen sind nach drei bis sechs Monaten finalisiert, sodass die gering erscheinende Prämie annualisiert einen attraktiven Return bietet. 

Problematische Deals meiden
Das Renditeprofil dieser Strategie ist asymmetrisch: Während viele Deals kleine, planbare Beiträge liefern, können die wenigen gescheiterten Transaktionen deutlichere Rückschläge verursachen. Daher liegt der Schwerpunkt darauf, bei der Auswahl der investierten Deals besondere Sorgfalt walten zu lassen und problematische Transaktionen zu meiden. Hierfür ist die Analyse regulatorischer Hürden, fragiler Finanzierungen oder politischer Einflussfaktoren entscheidend.

"Der entscheidende Hebel ist die Qualität der Deal-Auswahl", so Wenz. "Unser Prozess ist darauf ausgerichtet, Risiken systematisch zu identifizieren und Transaktionen zu meiden, bei denen das Verhältnis von erwarteter Prämie und potenziellem Verlust nicht stimmt", sagt er.

Unterstützt durch Machine Learning
Bei der Umsetzung der Merger-Arbitrage-Strategie setzt First Private auf einen systematischen Investmentprozess, der auf einer proprietären Historie von M&A-Transaktionen aufbaut. Ergänzend kommen Machine-Learning-Modelle zum Einsatz, um Wahrscheinlichkeiten für das Closing von Deals, das Timing und die Spread-Entwicklung zu bewerten und die Portfolioentscheidungen zu unterstützen.

First Private investiert mit dieser Strategie global in Firmenübernahmen aus entwickelten Märkten. Die USA, als größter Markt für Unternehmenskäufe, sind in der Regel mit etwa 50 Prozent gewichtet. Der Großteil der Merger-Arbitrage-Manager spezialisiert sich hingegen auf einen einzelnen Markt oder eine einzelne Region. (am)