Auf 1,06 Millionen Euro beziffert Euro Kartensysteme, ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen, laut der Nachrichtenagentur dpa die Schäden durch sogenanntes Skimming im Jahr 2020. Darunter versteht man das Ausspähen von Kartendaten und Geheimnummer (PIN) am Geldautomaten. Der Schaden durch Datenklau ist damit deutlich zurückgegangen und lag zuletzt auf einem Rekordtief. Im Jahr 2019 hatten sich Skimming-Schäden in Deutschland noch auf mehr als 1,4 Millionen Euro belaufen. Sechs Jahre zuvor waren es enorme 11,3 Millionen Euro. In den Jahren 2011 und 2012 hatten Geldautomaten-Betrüger sogar Schäden von jeweils 34 Millionen Euro verursacht.

Verantwortlichen in der Finanzbranche zufolge ist der Rückgang vor allem Investitionen in die sogenannte EMV-Technik zu verdanken. Dabei werden Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgerüstet und bei jedem Gebrauch auf ihre Echtheit hin überprüft. In Deutschland wird diese Technik seit Jahren eingesetzt. Im Grunde lässt sich laut dpa heute nur mit solchen Bezahlkarten Schmu treiben, die noch mit relativ leicht zu kopierenden Magnetstreifen ausgestattet sind.

Diebstähle und Kartenverluste nehmen zu
Von Anfang Januar bis Ende Dezember 2020 manipulierten Verbrecher bundesweit 152-mal Geldautomaten, um Daten von Bankkunden abzufischen. Im Jahr davor hatte es noch 245 Skimming-Fälle gegeben. Datendiebe schlugen vor allem in Nordrhein-Westfalen (44 Fälle), Hessen (33) und Niedersachsen (20) zu. Ein Trost für ihre Opfer: Normalerweise ersetzen Banken ihren Kunden Schäden, die durch Skimming entstehen – sofern die Kunden nicht grob fahrlässig mit Bankkarte oder PIN umgegangen sind.

Ein größeres Problem als Skimming ist laut Presseagentur der Diebstahl und Verlust von Bezahlkarten. Dadurch entsteht für Kreditinstitute ein höherer Schaden als durch Datendiebe. Euro Kartensysteme zählte im vergangenen Jahr eine Steigerung von 10.790 auf 10.839 Fälle. Der Schaden durch Kartendiebstahl und -verlust stieg von 14,6 Millionen Euro im Jahr 2019 auf fast 15,7 Millionen Euro im Jahr 2020. Hauptgrund: Viele Bankkunden bewahren Karte und PIN trotz eindringlicher Warnungen, dies nicht zu tun, zusammen im Portemonnaie auf – eine Einladung für Verbrecher. (fp)