Goldfans haben wenig Grund zur Freude. Seit August 2020 hat der Preis des Bodenschatzes stark nachgegeben – um 25 Prozent, um genau zu sein. Dass die hartnäckige Baisse bekennende Edelmetall-Fans unter den Portfoliolenkern respektive die Performance ihrer Fonds nicht unberührt lässt, liegt auf der Hand. Für gleich drei Fonds aus dem Haus Flossbach von Storch (FvS) hat das Folgen: Die Ratingagentur Scope setzt ihr quantitatives Rating herab.

Zu den schlechter benoteten Sammeltöpfen zählt das rund 22 Milliarden Euro schwere Flaggschiff Multiple Opportunities des Kölner Vermögensverwalters. Scope hat dem Prestigeportfolio die Top-Note "A" weggenommen. Er verbleibt aber mit seinem jetzigen "B"-Rating immer noch in der Scope-Spitzengruppe. Außerdem verfügen der Flossbach von Storch Multi Asset Balanced sowie der Flossbach von Storch Multi Asset Defensive nur noch über ein "C"-Rating, statt einer "B"-Bewertung wie vorher. Der defensive Mischfonds hatte erst im Oktober 2020 die Top-Note "A" eingebüßt. 

Der Multiple Opportunities erzielte laut Scope-Analystin Barbara Claus zwar ein Plus von 3,8 Prozent über die vergangenen zwölf Monate. Wettbewerber erwirtschafteten simultan jedoch beachtliche 7,0 Prozent. Dagegen standen beim Multi Asset Balanced ein Minus von 3,2 Prozent und beim Multi Asset Defensive ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche, während die Vergleichsgruppen im Schnitt 5,8 sowie 1,8 Prozent schafften.

Zum besseren Verständnis: Ausschlaggebende Ursache für eine Herab- oder Heraufstufung durch die Berliner Ratingagentur ist die Performance. Qualitative Urteile, beispielsweise zur Strategie, fällt Scope – anders als Wettbewerber wie Morningstar – grundsätzlich nicht. 

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Entsprechend argumentiert Scope auch, was hinter den Downgrades der FvS-Fonds steckt: "Die beiden Multi-Asset Fonds setzen bevorzugt auf defensive Aktien, etwa aus dem Konsum- oder Pharmabereich wie Nestlé, Novartis oder Unilever, deren Wertentwicklung auf Einjahressicht insgesamt schwach ausfiel. Gleichzeitig sind die Portfolios im Technologiesektor gegenüber dem breiten Markt untergewichtet. Darüber hinaus trugen Gold und Kasse im letzten Jahr negativ zur Wertenwicklung bei sowie seit Jahresanfang zusätzlich die Anleihenseite", führt Fachfrau Claus aus. Ähnlich lautet ihre Begründung zur Schlechtereinschätzung den Multiple Opportunities betreffend: Auf Einjahressicht hätten der Analystin zufolge alle Assetklassen außer Aktien negativ zur absoluten Performance beigetragen. 

Karten auf dem Tisch
Die Flossbach-Strategen haben unlängst eingeräumt, dass ihre leicht übervorsichtige Taktik im Anlagejahr 2020, unter anderem mit einer Goldquote von zehn Prozent, unmittelbar nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie während des Frühjahrs Performance gekostet hat.

"Oberste Priorität besaß in dieser Phase der Schutz des uns anvertrauten Vermögens. Unsere Anleger sollten sich, neben der Ängste um ihre Gesundheit und die ihrer Familien, nicht auch noch um ihr Vermögen sorgen müssen. Das hat gut funktioniert. Von der anschließenden Aufwärtsbewegung haben wir profitiert, wenngleich nicht so stark wie der Gesamtmarkt, weil wir die Sicherungen Schritt für Schritt, also zeitlich verzögert aufgelöst haben. Wir waren also weiterhin vorsichtig. Das hat in der Rückschau Rendite gekostet", schreiben die Experten des Kölner Vermögensverwalters auf ihrer Internetseite.

Zurück in der Spur
Auf der anderen Seite gab es aber auch Portfolios, die nach Meinung von Scope eine bessere Note verdient haben. Neben dem von Pimco-Chefanleger Daniel Ivascyn und seinen Kollegen mitverantworteten GIS Diversified Income hat nach über einem halben Jahr mit einem "C"-Rating der fast sechs Milliarden Euro schwere Fidelity Funds - Emerging Markets wieder ein "B"-Top-Rating erhalten. "Die schrittweise Erholung des Fonds setzte ab November 2020 auf der Performanceseite ein, während die Risikoseite weiterhin etwas schwächer als der Peergroup-Durchschnitt 'Aktien Emerging Markets' abschneidet", so Claus. Die Wertentwicklung des Portfolios fällt über alle Betrachtungszeiträume hinweg überdurchschnittlich aus. Auf Sicht von einem Jahr liegt er mit 34,6 Prozent aber deutlich über den 22,7 Prozent seiner Vergleichsgruppe.

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Der Candriam Equities L Emerging Markets wiederum überzeugt Claus zufolge durch Kontinuität: Er bewege sich seit mehr als sechs Jahren durchgängig im Top-Ratingbereich und hat nun nach mehr als zwei Jahren wieder ein "A" bekommen. Der Fonds verfolgt einen langfristig orientierten Ansatz und konnte bislang sowohl auf der Performance- als auch auf der Risikoseite punkten. Beispielsweise liegt er mit einer Wertentwicklung von 14,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe von 11,0 Prozent p.a. Zudem fiel der maximale Verlust im selben Zeitraum mit 19,6 Prozent gegenüber 23,3 Prozent deutlich niedriger aus. (jb/ps)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. In Summe hat Scope aktuell per Ende Februar 6.408Produkte unter die Lupe genommen.