Aller Krisen zum Trotz weisen die deutschen offenen Immobilienfonds eine solide Performance in der Vermietung aus, obwohl sie zahlreiche Immobilien verkauft haben. Das spricht für ein funktionierendes "aktives Vermietungsmanagement", schreibt die Ratingagentur Scope in einem aktuellen Research-Bericht. Die durchschnittliche Vermietungsquote betrug im April 92,4 Prozent, wobei die Bandbreite relativ groß ist. Sie reicht von 83,1 bis 99,2 Prozent.

Vier der fünf größten Fonds weisen überdurchschnittliche Vermietungsquoten aus. Die höchste Auslastung mit jeweils mehr als 97 Prozent meldeten die Fonds Deka-Immobilien Metropolen, Uni Institutional German Real Estate und Realisinvest Europa. Am Ende der Liste befinden sich der UBS (D) Euroinvest Immobilien, der Grundbesitz Fokus Deutschland und der Deka-Immobilien Nordamerika mit Quoten zwischen 83 und 86 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Scope im Durchschnitt mit "konstanten bis leicht sinkenden" Vermietungsquoten.

Büros belasten die Performance
"Die nahezu konstante Entwicklung der vergangenen anderthalb Jahre ist ein Beleg für aktives Vermietungsmanagement. Obwohl die Branche teilweise in großem Umfang gut aufgestellte Immobilien verkauft hat, konnte sie das Vermietungsniveau stabilisieren", so Scope. Trotzdem attestieren die Analysten der Branche weiterhin ein herausforderndes Umfeld. Gründe dafür seien steigende Leerstände bei Büroimmobilien, zunehmende Mieter-Benefits für Vertragsabschlüsse und höhere Anforderungen an die Immobilien hinsichtlich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

Unter Druck stünden insbesondere global ausgerichtete Fonds aufgrund von steigenden Leerständen bei US-Büroimmobilien, die sich mit Verzögerung in den Portfolios niederschlagen. Erste positive Signale seien aber erkennbar, weil die Büro-Leerstandsquote in den USA im ersten Quartal "leicht zurückgegangen" sei. (ae)