Der Herbst steht vor der Tür, und mit ihm die Zeit der nächsten Aktienhausse – zumindest, wenn man als Investor vom sogenannten Halloween-Effekt überzeugt ist und nun kauft. Hinter dem mysteriösen Begriff verbirgt sich eine häufiger zu beobachtende Kalenderanomalie an den Aktienmärkten, die sich darin zeigt, dass die Renditen an den Börsen von November bis April im statistischen Langfristdurchschnitt über jenen von Mai bis Oktober liegen.

Es gibt sogar Vermögensverwalter und Fonds, die sich bei der Auswahl der Investment an den Auswirkungen des "Halloween-Effekts" orientieren. Einer der Vertreter dieser raren Spezies ist der 2011 lancierte MFS 4D Asset Oszillator-Fonds, der seit dem 1. August einen neuen Manager hat. Das Portfolio wird offiziell von der TAM Vermögensverwaltung gesteurt. Die nahe Hamburg ansässige Gesellschaft mit einer Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz übernimmt das Management von der Greiff Capital aus Freiburg. Diese gab das Mandat zum 1. August ab, da unter Mifid II der administrative Aufwand und damit auch die Kosten zu hoch wurden, teilte Thomas Hupp von der 4D-Vermögensplanung FONDS professionell ONLINE gegenüber mit.

Drei Morningstar-Sterne
Der Initiator und Sub-Berater des Fonds gehört zu den wenigen Personen, die sich wissenschaftlich mit dem Halloween-Effekt beschäftigen und daher auch die Strategie des Fonds vorgibt. "Ich habe einen Partner gesucht, der die Anlagestrategie des Fonds auch selbst nutzen möchte. TAM macht das und wird daher auch den Vertrieb unterstützen", so Hupp.

Unterstützung hat der Fonds gleich an mehreren Fronten dringend nötig: Das Volumen liegt gerade einmal bei 3,5 Millionen Euro und auch die Performance des Portfolios, dem Morningstar drei Sterne gibt, überzeugt nicht wirklich. Seit dem Start im Oktober 2011 liegt der Fonds knap über sieben Prozent im Plus. In den Anfangsjahren war die Performance negativ. 

Startschwierigkeiten wirken nach
"Als das Angebot von Greiff kam, einen Fonds zu übernehmen, setzte ich die Anlagestrategie zwar schon mit eigenen Kunden erfolgreich um, war aber unvorbereitet, was das auf Fondsebene bedeutet. Daher war das erste Jahr sehr schwierig, weil Infrastruktur und Erkenntnisse fehlten. Darunter litt die Performance", erklärt Hupp. (jb)