Für den Hausbau und -kauf müssen Bankkunden auch in die eigene Tasche greifen. Der Anteil des Eigenkapitals – der sogenannte Beleihungsauslauf – sinkt allerdings, berichtet der Finanzdienstleister Dr. Klein. Im Mai 2018 stemmten die künftigen Immobilienbesitzer noch 19 Prozent der Summe zum Bau oder Kauf selbst. Die übrigen 81 Prozent kamen von der finanzierenden Bank. In diesem Jahr liegt der Fremdfinanzierungsanteil bereits bei 84 Prozent, mehr als je zuvor. Heißt im Umkehrschluss: Die Immobilienbesitzer in spe steuern immer weniger Eigenkapital bei.

"Für die Finanzierung selbst ist es im Allgemeinen nicht relevant, ob der Wert 81 oder 84 Prozent beträgt", erklärt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender bei Dr. Klein. Denn die Banken gehen bei der Berechnung des Zinses in Zehnerschritten vor. Daher mache es sehr wohl einen Unterschied, ob der Kunde 70 oder 80 Prozent des Hauses aus eigenen Mitteln finanziert, nicht aber bei 81 oder 84 Prozent. Bei sehr wenigen Kreditinstituten gebe es auch Fünf-Prozent-Stufen, sagt Neumann.

Die durchschnittliche Darlehenssumme für Immobilienfinanzierungen stagniert im Mai – aber auf Rekordniveau: Wie im Vormonat beträgt sie rund 248.000 Euro. Die Standardrate, die für eine Finanzierung von 150.000 Euro und 80 Prozent Eigenanteil mit zwei Prozent Tilgung und zehn Jahren Zinsbindung errechnet wird, beträgt laut Neumann 448 Euro: "Das sind 22 Euro mehr als im April."

Kreditnehmer setzen auf lange Zinsbindung
Zinssicherheit ist den Kreditnehmern nach wie vor wichtig, zeigt der Dr.-Klein-Trendindikator-Baufinanzierung. Im Mai haben sich die Bankkunden im Mittel für eine Zinsbindung von rund 14 Jahren und zwei Monaten entschieden. Das sind vier Monate mehr als noch im April. (fp)