HSBC Global Asset Management schließt den Publikumsfonds HSBC GIF Asia ex Japan Equity Smaller Companies zum 10. Mai vollständig. Weder bestehende noch neue Kunden dürfen ab dann Anteile kaufen. Diese im Fachjargon auch "Hard Close" genannte Maßnahme soll aber nur vorübergehend sein, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Der Vermögensverwalter begründet den drastischen Schritt mit dem Hinweis auf die hohe Nachfrage: Das Fondsvolumen ist zuletzt auf 1,3 Milliarden US-Dollar angeschwollen. Infolge dessen droht die Anlagestrategie zu verwässern, weil sie sich nicht beliebig skalieren lässt.

Das Management investiert in asiatische Nebenwerte – ausgenommen Japan –, die im unteren Viertel nach Marktkapitalisierung rangieren. Das sind derzeit Unternehmen mit einem Börsenwert von vier Milliarden US-Dollar und weniger. Das Universum der asiatischen Small Caps ist naturgemäß kleiner als das der Standardwerte. In den vergangenen fünf Jahren hat es zudem volatile Phasen gegeben mit Auswirkung auf die Handelbarkeit der betreffenden Titel.

"Da die Liquidität der Unternehmen im Small-Cap-Segment verglichen mit dem Gesamtmarkt generell deutlich geringer ist, können die Zuflüsse in den Fonds zeitweilig die Investment-Optionen übersteigen", führt Stephen Kam, Senior Produktspezialist für Asian Equities bei HSBC Global AM, weiter aus. Mit anderen Worten: Aktienkäufe des Fonds könnten zu heftigen Marktbewegungen und unbeabsichtigten Preistreibereien führen, die die Performance des Fonds beeinträchtigen.

Grundlage: "Nicht-Kontrahierungszwang“
Die rechtliche Grundlage für einen solchen Schritt bei einem Fonds ist der sogenannte "Nicht-Kontrahierungszwang". Das bedeutet, dass eine Fondsgesellschaft nicht verpflichtet ist, jederzeit und an jeden Interessierten neue Fondsanteile auszugeben. Die genaue Umsetzung bleibt den Asset Managern überlassen. Hierbei müssen sie lediglich aufpassen, den Grundsatz der Gleichbehandlung von Bestandskunden nicht zu verletzen.

Normalerweise verhängen die Asset Manager aber einen "Soft Close", also Kaufbeschränkungen für neue Kunden. Ein vollständiger Annahmestopp für Neugelder ist in der Regel der erst der zweite, ultimative Schritt (lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den Artikel "Halb geschlossen", der in der Heftausgabe 4/2016 von FONDS professionell erschienen ist.) (jb)