Deutschlands größte Onlinebank senkt den Zins für ihr beliebtes "Extra-Konto" von 0,01 auf 0,001 Prozent. Einem Bericht des Branchendienstes "Finanz-Szene.de" zufolge ist die entsprechende Mitteilung an die Kunden verbunden mit der Empfehlung, überschüssiges Geld an der Börse zu investieren – beispielsweise mit einem Sparplan oder beim Online-Vermögensverwalter Scalable Capital, mit dem die ING in Deutschland kooperiert (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Die Bank weist in dem Schreiben zwar darauf hin, dass eine Wertpapieranlage mehr Risiken birgt als das Tagesgeldkonto. "Sie lassen aber Ihr Geld nicht einfach auf dem Konto herumliegen, sondern nutzen Ihre Chance auf eine höhere Rendite", zitiert "Finanz-Szene.de" aus der Mitteilung.

Tagesgeldbanken entdecken das Wertpapiergeschäft
Der Marketingeffektdürfte denn auch größer sein als die Zinseinsparung, die der Branchendienst auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag schätzt. Schichten Sparer Geld vom Konto in Wertpapiere um, poliert dies das Provisionsergebnis der Bank auf.

Die ING ist nicht die einzige Bank, die einst mit Tagesgeldkonten groß wurde und nun versucht, das Wertpapiergeschäft zu forcieren. So bietet beispielsweise Moneyou, ein Portal der ABN Amro, seit April 2016 über ihre Plattform auf Mischfonds für verschiedene Risikoprofile an (FONDS professionell ONLINE berichtete). (bm)