Mischfonds waren lange Zeit die absoluten Lieblinge vieler Anleger. Während Aktien gute Erträge abwarfen, sollten Anleihen die Schwankungen an der Börse zumindest teilweise abfedern und das Risiko im Portfolio senken – so die Theorie. Diese geht in Zeiten der Niedrigzinsen aber nicht mehr auf, sagt Arne Sand, Portfoliomanager und Geschäftsführer bei Smart-Invest: "Nachdem nun weite Teile des Bond-Angebots negativ verzinst werden, könnte die Anleihe vom Stabilisator zum Risikofaktor für Mischfonds werden."

Für Mischfonds ergeben sich daraus besondere Schwierigkeiten, erklärt Sand. "Zum einen fehlen die ausbleibenden Zinsen als Teil der Performance, zum anderen werden die Anleihen durch ihre rekordhohen Kurse selbst zum Risiko", sagt der Smart-Invest-Portfoliomanager. Selbst kleine Zinsänderungen bewirken derzeit enorm schwankende Kurse. Kurzfristig steigen Anleihen zwar noch, wenn Aktien im Kurs fallen, aber den langfristigen Risikoausgleich können Anleihen nicht mehr gewähren, sagt Sand.

Index-Futures als Alternative
Als Alternative rät der Portfoliomanager zu einer aktiven Steuerung der Aktienquote, zum Beispiel über Index-Futures. Die Vorteile laut Sand: Die Aktienbestände verbleiben im Depot, es gibt keine zusätzlichen Handelskosten, und der Dividendenanspruch bleibt bestehen. "Auf diese Weise kann der Anteil der Anleihen stark reduziert werden, gleichzeitig wird ein ähnliches Rendite-Risikoprofil wie in einem klassischen Mischfonds erreicht." (fp)