Regelmäßige kleinere Auszahlungen sind für Anleger, die bereits das Ende ihres Erwerbslebens in Sicht haben, keine allzu großen Risiken mehr eingehen und lieber fest mit ihrem Geld planen wollen, eine gute Option. Dieser Meinung ist Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer des Münchner Vermögensverwalters Dr. Lux & Präuner. “Eine Erbschaft oder die Auszahlung einer Lebensversicherung kann den Kontostand auf einen Schlag in die Höhe schnellen lassen“, sagt Lux. “Nach der Freude darüber stellt sich aber eine Frage: Wohin mit dem Geld?“

Bares auf dem Konto zu bunkern, ist wegen mickriger Zinsen und ansteigender Teuerungsraten keine gute Idee mehr: "Auf dem Konto schmilzt der Wert mit der Inflation oder neuerdings mit Negativzinsen", mahnt Lux. Außerdem verleite ein hoher Kontostand dazu, über die eigenen Verhältnissen zu leben. Zumindest das Problem mit der Selbstdisziplin könne ein Finanzprodukt lösen, das viele Banken anbieten und das dennoch relativ unbekannt ist: ein Auszahlplan.

Viele Pluspunkte, aber auch ein paar Haken
Dabei investiert der Vorsorger sein angesammeltes Vermögen, aus dem er dann für einen vorher festgelegten Zeitraum Monat für Monat eine bestimmte Summe ausgezahlt bekommt, während sein Restkapital weiter für ihn "arbeitet". Zusätzlicher Pluspunkt: Im Gegensatz zu Rentenversicherungen sind verbleibende Vermögen bei einem Auszahlplan vererbbar. "So profitieren auch noch die Erben von ungenutztem Restkapital", erklärt Lux. Klingt gut, hat aber einige Aspekte, die es zu beachten gilt

“Ist der Vertrag abgeschlossen, gibt es keine Möglichkeit, früher an das Geld zu kommen“, mahnt Lux. Die eigene Liquidität sollte daher dauerhaft gewährleistet sein. Das heißt: Man benötigt eine Reserve von mindestens drei Nettomonatsgehältern, und etwaige Schulden oder Hauskredite sollten ebenfalls vollständig getilgt sein. “Ein weiteres Problem bei Bank-Auszahlplänen: die Zinssätze liegen nicht über dem, was auf kürzer laufendes Festgeld und Tagesgeld gezahlt wird“, sagt der Vermögensverwalter. Momentan seien zwischen 0,01 bis 0,6 Prozent üblich. “Bei solch niedrigen Verzinsungen stellt sich die Frage, wo man real am wenigsten Verlust macht“, so Lux. “Falls die Zinsen doch mal wieder steigen sollten, könnte man sich ärgern, sein Geld für einen derart langen Zeitraum gebunden zu haben.“

Fondsvariante überlegenswert
Der Anlageprofi empfiehlt statt eines Auszahl- einen Entnahmeplan über Investmentfonds, die sich individuell und flexibel wählen lassen. Anleger können selbst bestimmen, wann sie wie viele Fondsanteile verkaufen. Außerdem können sie die Entnahme laufend ändern oder aussetzen. “Nachteil hier: Eine feste Verzinsung gibt es nicht“, sagt Lux. Es bleibt also ein Kursrisiko zu tragen. “Aktienfonds eignen sich daher eher weniger für einen Entnahmeplan.“ Am berechenbarsten sind Lux zufolge offene Immobilienfonds. “Allerdings sind hier Fristigkeiten zu beachten, wenn die Fonds nicht börsengehandelt sind.“ (fp)