Die nachhaltige Geldanlage steht hoch im Kurs – doch auch einige Fonds, die nicht explizit Öko- oder Ethikkriterien berücksichtigen, kommen bei Anlegern gut an. Ein gutes Beispiel ist der Mischfonds DWS Concept Kaldemorgen, der nach mehr als zwei Milliarden Euro Mittelzuflüssen in diesem Jahr mittlerweile 10,7 Milliarden Euro verwaltet.

"Mein Fonds ist kein Nachhaltigkeitsfonds. Wir halten allerdings bestimmte Mindeststandards ein", sagt Klaus Kaldemorgen, der das Portfolio seit seiner Auflage im Jahr 2011 verantwortet, im Interview mit dem "Handelsblatt" auf die Frage, wie er mit dem Thema Nachhaltigkeit umgeht. "Etwa drei Prozent des Fondsvermögens stecken in Aktien von europäischen Ölkonzernen, die preiswert sind und hohe Dividendenrenditen von über sechs Prozent bieten", sagt er. Von Autoaktien, einer anderen klimatechnisch kontroversen Branche, lässt er aktuell allerdings die Finger. "Die Umstellung auf E-Mobilität wird kostspielig und enorm viel Geld verschlingen. Da fehlt mir für die absehbare Zukunft die Gewinnfantasie", so Kaldemorgen im Gespräch mit der Zeitung.

"Die Kurse müssten eigentlich höher stehen"
Der 66-Jährige traut dem Dax im kommenden Jahr einen Anstieg auf 14.000 Zähler zu. "Zwar haben wir schon 25 Prozent Gewinn hinter uns im laufenden Jahr, was einen vielleicht zu einer gewissen Zurückhaltung mahnt", so der Portfoliomanager. "Allerdings sind weltweit die Kurs-Gewinn-Verhältnisse heute auf dem Niveau von Anfang des Jahrtausends, obwohl die Zinsen sehr viel tiefer sind. Schon deshalb müssten die Kurse eigentlich höher stehen."

Kaldemorgen rechnet zwar weiterhin mit politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, aber auch damit, dass im Fall der Fälle die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrer neuen Chefin Christine Lagarde parat stehen wird. "Lagarde gibt wie ihr Vorgänger das Signal: Wir halten die Kapitalmärkte stabil. Das heißt: Als Anleger sinken meine Hemmungen beim Aktienkauf." Der neuen Frau an der Spitze der EZB traut der Finanzprofi einiges zu. "Vielleicht wird sie auch einmal ganz neue Dinge ausprobieren, etwa Käufe von Aktien, nicht nur von Anleihen", so Kaldemorgen im "Handelsblatt"-Interview.

"Mit einer hohen einstelligen Rendite wäre ich sehr zufrieden"
Der DWS Concept Kaldemorgen liegt seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent im Plus – ein sehr ansehnliches Ergebnis. Mit einem derart guten Abschneiden rechnet Kaldemorgen im kommenden Jahr allerdings nicht. "Ich sehe das realistisch. Mit einer hohen einstelligen Rendite von fünf bis acht Prozent wäre ich sehr zufrieden." (bm)


Ein ausführliches Interview mit Klaus Kaldemorgen lesen Sie in der kürzlich erschienenen Ausgabe 4/2019 von FONDS professionell ab Seite 132. Angemeldete KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.