Kurz vor dem Übergang auf die Depotbank ist es dem Management des Immobilienfonds Kanam Grundinvest gelungen, drei weitere Objekte in Kanada und den Niederlanden zu verkaufen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Fondsanbieter Kanam den Verlauf eines größeren Portfolios vermeldet (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Damit verbleiben nur fünf Immobilien in dem Fonds, der im Zuge der Finanzkrise in Liquiditätsnot geraten war und seither abgewickelt werden muss. Zum Jahreswechsel geht das Portfolio zur restlichen Verwertung auf die Depotbank M.M. Warburg über. Für das größte der fünf verbliebenen Objekte gebe es bereits konkrete Verkaufsverhandlungen, teilte Kanam mit.

Fast sechs Milliarden Euro aus Objektverkäufen
Mit den jüngsten Verkäufen wurden nun Objekte im Wert von fast sechs Milliarden Euro veräußert, das entspricht rund 93 Prozent des einstigen Immobilienvermögens des Kanam Grundinvest. Alle Kredite sind inzwischen getilgt, vor sechs Wochen erhielten Anleger rund 720 Millionen Euro ausgeschüttet. Das war die zehnte und bisher höchste Rückzahlung während der Abwicklung des Fonds.

Die Erlöse aus den jüngsten Verkäufen und Zahlungen aus möglichen weiteren Abschlüssen könnten allerdings nicht mehr in diesem Jahr abgerechnet werden, so Kanam. Daher übernimmt M.M. Warburg den Fonds zum Jahreswechsel mit mehr als 600 Millionen Euro Liquidität.

Restliche Abwicklung kann sich lange hinziehen
"Eine vorläufige Endabrechnung der Auflösung des Kanam Grundinvest Fonds mit allen Verkaufs- und Ausschüttungs-Ergebnissen, den möglichen Restbeständen sowie Liquiditäts-Rückbehalten wird die Kanam Grund Group erst nach dem Jahreswechsel erstellen können, wenn alle Verkaufsmöglichkeiten ausgeschöpft sind", teilte der Anbieter mit.

Wie lange sich die restliche Abwicklung hinziehen wird, ist offen. Selbst wenn alle Objekte verkauft sind, wird die Depotbank nicht die gesamte Liquidität ausschütten, denn sie muss diverse Rückstellungen bilden, etwa für mögliche Steuerforderungen, Gewährleistungen, Garantie- und Mängelbeseitigungsansprüche sowie Rechtsrisiken. Bis Anleger ihren letzten Euro zurückerhalten, können unter Umständen Jahre vergehen. (bm)