Die Hannoveraner Fondsboutique Paladin Asset Management hat für ihren Aktienfonds Paladin One einen befristeten Annahmestopp verfügt. Erst ab dem 12. Juli sollen Kunden wieder in das mit dem DEUTSCHEN FONDSPREIS ausgezeichnete Portfolio investieren können, wie die von den beiden Vorständen Matthias-Christian Kurzrock und Marcel Maschmeyer geführte Gesellschaft mitteilt. Der Grund für diesen "Soft Close“, der Rückgaben von Anteilscheinen ausnimmt, ist aber ungewöhnlich. 

Der 2018 lancierte und rund 270 Millionen Euro betreuende Fonds setzt auf ein sehr konzentriertes Portfolio aus nur rund 20 Aktien, wie Kurzrock und Maschmeyer, Sohn des AWD-Gründers Carsten Maschmeyer,  FONDS professionell ONLINE gegenüber 2020 erklärten. Eine davon ist das Papier der Blue Elephant Energy (BEE), das nicht börsennotiert ist. Nun habe die Firma einen Börsengang angekündigt, und Kurzrock und Maschmeyer befürchten, dass Spekulanten mit Anlagen in den Paladin One genau davon profitieren könnten. 

Schutz vor Spekulanten
"Der geplante BEE-Börsengang befindet sich derzeit in einer frühen Phase. Eine Preisspanne für die BEE-Aktie liegt noch nicht vor. Wir können uns allerdings vorstellen, dass der Kapitalmarkt die Aktie möglicherweise deutlich höher bewertet, als dies aktuell im Fonds der Fall ist. Sollte der geplante Börsengang erfolgreich verlaufen, könnte dies zu einem fühlbaren Performance-Beitrag für den Paladin One führen“, schreiben die Manager. Ihre Befürchtung: Bliebe der Fonds Investoren unverändert offen, wären gegebenenfalls kurzfristig angelegte Arbitragegeschäfte zu Lasten der langfristig orientierten Investoren möglich. "Das kurzzeitige Schließen des Fonds verhindert dieses Vorgehen“, heißt es weiter.

Man habe gemeinsam beschlossen, nach dem 12. Juli nur die Retailtranche wieder für Kunden zu öffnen. Die F-Tranche  für institutionelle Anleger bleibe auch danach dicht. Als Begründung wird angeführt, dass die positive Wertentwicklung des Portfolios in den vergangenen zwölf Monaten zu einer annähernden Verdoppelung des Fondsvolumens geführt habe. "Einige Positionen, die wir für aussichtsreich erachten, ließen sich kurzfristig nur schwer aufstocken. Zudem würde der erwartete Wertbeitrag dieser Positionen durch einen schnellen Anstieg im Fondsvolumen verwässert werden. Die F-Tranche wird üblicherweise für die Anlage größerer Beträge genutzt. Diese mitunter großen Volumensprünge in kurzer zeitlicher Abfolge wollen wir vermeiden." (jb)