Der global anlegende schwere Mischfonds M&G Optimal Income gehört bei Scope nicht mehr zur Spitzengruppe ähnlich investierender Portfolios. Das fast 15 Milliarden Euro schwere M&G-Flaggschiff hat sein Top-Rating der Note B verloren und wird von der Ratingagentur nun nur noch mit C bewertet. "Insbesondere die Risikoseite war für die Herabstufung verantwortlich", erklärt Scope-Analystin Barbara Claus. Der Fokus auf Unternehmensanleihen habe sich zuletzt bemerkbar gemacht: Die Volatilität des M&G-Fonds lag seit Jahresbeginn höher als im Durchschnitt der Vergleichsgruppe, der maximale Verlust fiel gravierender aus.

Die zehn größten Fonds mit einem Downgrade im April

Die Schlagseite bei Risiko machte sich zuletzt auch in der Wertentwicklung des Fonds bemerkbar. Seit Jahresstart liegt er mit minus 11,4 Prozent hinter dem Vergleichsgruppen-Durchschnitt von minus 8,2 Prozent zurück, rechnet Claus vor. Auch über drei und fünf Jahre schnitt er im Vergleich mit seinen Konkurrenten enttäuschender ab.

Verluste begrenzen ist Trumpf
Einige andere Schwergewichte ließen bei der jüngsten Neubewertungsrunde von Scope ebenfalls kräftig Federn. So etwa der rund 51 Milliarden Euro schwere Rentenfonds Pimco GIS Income: Seine Manager müssen nun mit der Note C statt B vorliebnehmen. Das AB American Income Portfolio, das 14,5 Milliarden Euro verwaltet, stürzte sogar von A auf C ab.

Die zehn größten Fonds mit einem Upgrade im April

Aufwärts ging es dagegen für den flexiblen Mischfonds Pictet-Multi Asset Global Opportunities. Er bekam im April die Note B und rückte damit in die Spitzengruppe vor. "Dabei half ihm insbesondere sein Fokus auf die Risikokontrolle", sagt Claus. Ende Februar hielten die Fondsmanager rund ein Drittel des Vermögens in Cash. "Diese Maßnahme half, Verluste in den vergangenen Wochen zu begrenzen", sagt die Analystin.

Seit Jahresbeginn hat der Pictet-Fonds nur 5,4 Prozent an Wert verloren. In Aufwärtsmärkten bleibt er zwar tendenziell hinter seiner Vergleichsgruppe zurück. Durch sein gutes Risikomanagement und die deshalb niedrigen Verluste steht er aber mittel- und langfristig überdurchschnittlich gut da, stellt Scope fest.

Mit Plus durch den Corona-Crash
Der Mischfonds Nordea 1 – Alpha 10 MA hat seit Jahresbeginn sogar einen kleinen Gewinn erzielt, trotz des Corona-Schocks an den Märkten. Er liegt seit Anfang Januar 1,7 Prozent im Plus. Auch über längere Zeiträume hinweg konnte der Fonds, der zur Gruppe der "Liquid Alternatives" gehört, die Scope-Experten überzeugen: mit einer unterdurchschnittlichen Volatilität und einem vergleichsweise geringen Maximalverlust. "All diese Resultate zusammen führen den Nordea-Fonds auf Rang 1 von 67 in der Vergleichsgruppe 'Absolute Return Multi Strategy High Risk'", sagt Claus. Seit diesem Monat kann sich das Managementteam zudem über die Scope-Spitzennote A freuen. (fp)


Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings.